Habari!
Herzlich willkommen auf meinem Blog :)
Ich werde hier in den nächsten Monaten alles aufschreiben und dokumentieren, was ich in meinem Freiwilligen Sozialen Jahr in Kenia so alles erleben werde. Am 14. August 2010 geht es los und ich werde hier auch schon vorher darüber berichten, was ich hier in Deutschland während meiner Organisation so erlebt habe.
Was ich dabei unterstreichen möchte ist, dass alles, was hier geschrieben wird auf meinen persönlichen Eindrücken beruht und nicht zu Verallgemeinern ist! Alle meine Wahrnehmungen sind subjektiv!!! :)
Ich hoffe diese Seite hilft euch dabei, mein Jahr etwas verfolgen zu können und ich werde mich bemühen sooft wie möglich zu berichten und Bilder hochzuladen.
Jana
Herzlich willkommen auf meinem Blog :)
Ich werde hier in den nächsten Monaten alles aufschreiben und dokumentieren, was ich in meinem Freiwilligen Sozialen Jahr in Kenia so alles erleben werde. Am 14. August 2010 geht es los und ich werde hier auch schon vorher darüber berichten, was ich hier in Deutschland während meiner Organisation so erlebt habe.
Was ich dabei unterstreichen möchte ist, dass alles, was hier geschrieben wird auf meinen persönlichen Eindrücken beruht und nicht zu Verallgemeinern ist! Alle meine Wahrnehmungen sind subjektiv!!! :)
Ich hoffe diese Seite hilft euch dabei, mein Jahr etwas verfolgen zu können und ich werde mich bemühen sooft wie möglich zu berichten und Bilder hochzuladen.
Jana
Montag, 13. Dezember 2010
Urlaubsbericht Teil 1 - Mombasa, Diani Beach, Krankenhaus, Nairobi, Isiolo & Lake Naivasha
Langsam aber sicher muss ich mal wieder etwas schreiben, der Eintrag wird jetzt schon mega lange. :D
Am 24. November haben wir (enlich) die Schule geschlossen und hatten am Abend noch eine kleine Lehrerveranstanltung. Davor jedoch gab es eine Abschiedsversammlung aller Schueler, wo alles moeglich besprochen wurde. Zur "Eroeffnung" hat ein Schueler vor der ganzen Schule gesungen, unglaublich was er fuer eine Stimme hatte! Die restlichen Schueler haben dann im Refrain mitgesungen und es war eine richtige emotionale Stimmung im Klassenraum, ich bin immer wieder neu ueberrascht, was Singen fuer sie bedeutet.
Am Abend war ich dann mit Lisa und den anderen Lehrern in einem Restaurant was essen und wir haben in der Stadt uebernachtet, um am naechsten Morgen rechtzeitig nach Nairobi zu kommen. Wir ,ussten beide spontan nach Nairobi fahren, um unsere "Alien Card" zu beantragen, damit wir bald "Residents" sind. Wenn wir dieses Visum bekommen, gelten wir fast als Einheimische und bezahlen zum Beispiel in den Nationalparks nur noch 1/5 des Touri-Preises! Am Abend waren wir wieder zurueck in Kitui und Samstag ging es dann endlich los nach Mombasa.
Gegen Nachmittag kam Ronny aus Nairobi und wir sind gemeinsam mit dem Nachtbus nach Mombasa an die Kueste gefahren. Nach einer Busfahrt von ca. 9 Stunden kamen wir endlich um 5 Uhr frueh an und haben unser Hostek gesucht. Natuerlich konnten wir noch nicht in unsere Zimmer, damit haben wir in einem Nachtclub erstmal einen Kaffee getrunken. :)
Zwei Stunden spaeter konnten wir in die Zimmer, allerdings wollte der Manager mehr Geld haben, als ausgemacht war, damit sind wir wieder gegangen. Keine 10 Minuten spaeter haben wir ein schoenes kleines Hotel gefunden, wo wir uns fuer die naechsten 3 Tage eingemietet haben.
Der Tag war noch jung und so sind wir zum Touri-Zentrum gelaufen, wo wir uns einen Guide genommen haben, der uns durch die Altstadt gefuehrt hat. Als wir aus dem Buero rauskamen, hatte es nur 10 Minuten geregnet und die Strassen standen knoechelhoch unter Wasser! Damit hiess es Hose hoch und Schuhe aus, bis das Wasser abgelaufen war. Diese Ueberschwemmungen sind fuer Mombasa ganz normal und halten nur ca. eine halbe Stunde an.
Unser Guide hat uns zuerst in einen indischen Tempel gefuehrt und anschliessend ging es in die schoene Altstadt. Dort sind wir mehrere Stunden durch die kleinen Gassen gelaufen, vorbei an vielen Moscheen und durch einige Maerkte. Die Markthalle war der Traum, Berge von allen exotischen Fruechten und Gewuerzen! Ausserdem gab es in kleinen Tueten getrocknete Fruechte, wie Mangos, fuer nur wenig Geld. Natuerlich gab es auch super viele schoene Tuecher in allen Farben und Mustern. Dort habe ich mir ein gruen-gemustertes Tuch geholt, aus dem ich mir einn Rock schneidern lassen werde und ein luftiges Kleid, was man aber nur am Strand anziehen kann. Nach der kleinen Shoppingtour ging es dann kurz ans Meer und anschliessend sind wir zur Faehre gelaufen, die Mombasa mit dem Festland verbindet (Mombasa liegt auf einer Insel und ist durch eine Fahere und 2 Bruecken mit dem Festland verbunden). Da wir seid Stunden auf den Beinen waren, sind wir frueh ins Bett, um uns etwas von der Fahrt erholen zu koennen. Am naechsten Morgen habe ich mich mit unserem Guide noch einmal getroffen, da er mich zu einer Frau fuehren konnte, die Henna machte. Nach mehr als zwei Stunden war der Kunstwerk vollbracht und meine Haende und Fuesse waren voller Henna. Eigentlich sollte es 4 Wochen halten, aber mittlerweile ist es kaum noch zu sehen, naja... Am Nachmittag sind wir an den Strand gefahren, wo wir erst die Faehre zum Festland benutzen mussten. Der Strand an sich war sehr schoen, allerdings war Ebbe und im seichten Wasser wimmelte es nur von Seeigeln. Da dieser Strand von sehr vielen Einheimischen besucht wurde, haben wir kaum Leute im Bikini gesehen und wir haben uns dann auch nicht getraut (Kenianer ziehen selten Bikinis an, meistens haben sie noch ein T-Shirt und eine Sporthose drueber!). Nach kurzer Zeit wurden wir von vielen sogenannten Beach-Boys belagert und es wurde nur noch laestig, damit sind wir nach nur einer Stunde schon gegangen.
Am Dienstag sind wir wieder einmal durch die Stadt geschlendert und sind am Nachmittag wieder an den Strand gefahren, aber diesmal noerdlich von Mombasa. Der Strand war wieder ein traum und ohne Beach-Boys, leider war wieder Ebbe und baden ging damit erneut nicht.^^
Lisa und ich haben uns spontan fuer einen Kinobesuch entschieden und haben uns doch tatsaechlich "Harry Potter Teil 7" angeschaut, da nichts anderes lief. ;) Ronny hatte noch keinen einzigen Teil gesehen, damit ist er zurueck in die Stadt gefahren.
Am Mittwoch ging es endlich zum Strand, genauer gesagt zum suedlich gelegenen "Diani Beach". Man faehrt mit dem Matatu ca. 45 Minuten dort hin und ist nicht mehr weit von der tansanischen (schreibt man das so?) Grenze entfernt. An sich ist der Ort total touristisch und es reiht sich eine Hotelanlage an die andere, aber das war auch unsere Absicht, denn dort fallen wir einfach nicht mehr so auf. Wir hatten direkt am Strand ein kleinen Cottage gemietet, was einfach nur ein traum war. Die kleine Huette lag auf einem urwaldartigem Grundstueck, hatte direkten Strandzugang und sogar einen Pool. Da es eine selbstversorger Huette war, mussten wir erstmal einkaufen gehen und auf dem Rueckweg habe ich mich erfolgreich auf die Schnauze gelegt. Danach war meine Hose am Knie kaputt und ich hatte einige Schuerfwunden.^^
Anschliessend ging es an den Strand, aber ich konnte mit meinen Schuhen leider nicht ueber die Felsen klettern, damit habe ich mich mit dem Pool zufrienden gegeben. In der Zwischenzeit habe ich dann Goetterspeise mit Vanillesauce fuer uns vorbereitet, die ich aus Deutschland noch hatte.
Am Abend ging es mir auf einmal sehr schlecht, ich hatte hohes Fieber und Atemprobleme... Da es am naechsten Morgen unveranedert war, bin ich ins naechste Krankenhaus marschiert, wo alle moeglichen Tests gemacht wurden. Und dann kam der Schock - schwere Lungenentzuendung und ich muss fuer einige Tage dort bleiben, na grossartig!!! Ich hatte allerdings Glueck, dass das ganze erst am Strand richtig ausgebrochen war, da das Krankenhaus eines der besten in ganz Afrika war (das in Kitui kann man total vergessen). Bei den Tests kam auch raus, dass ich nie Malaria hatte, sondern sich die Infektion einfach nur ueber die letzten 6 Wochen entwickelt hatte... Das Zimmer hatte ich fuer mich allein und es war luxurioeser als in Deutschland! Riesen Flachbildfernseher mit DVD-Player und eine Auswahl an Essen, wie in einem Restaurant. :D
Damit lag ich von Donnerstag bis Montag im Krankenhaus und Lisa und Ronny sind bereits am Samstag Abend zurueck nach Nairobi gefahren, da die Tour zum Mt Kenia bereits am Montag losging, fuer mich natuerlich nicht.... :(
Am Montag durfte ich dann endlich raus und bin noch am selben Abend zurueck nach Kitui gefahren, was fuer eine Horrorfahrt. Es war super warm im Bus (aber die Kenianer frieren natuerlich) und mir tat alles weh. Gegen 6 Uhr frueh war ich dann wieder in Kitui, wo ich erstmal nur geschlafen habe.
Allerdings war mir am naechsten Morgen wieder so langweilig, dass ich sspontan meine Tasche gepackt habe und nach Nairobi gefahren bin. Dort habe ich mir direkt im Zentrum ein kleines Zimmer genommen, konnte allerdings am Abend nicht viel machen, da ich nicht alleine vor die Tuer konnte.
Donnerstag Morgen bin ich erst noch zum Arzt gegangen, um meine Blutwerte ueberpruefen zu lassen und so ganz in Ordnung waren sie noch nicht... Am Nachmittag war ich noch kurz im Goethe Institut, um mich ueber das "German Cultural Festival" zu informieren, wo meine Schueler wieder gerne dran teilnehmen wuerden. Das Festival findet einmal im Jahr statt, wo ein kleiner Wettbewerb zwischen den ganzen Schulen in Kenia abgehalten wird. Aufgaben sind zum Beispiel ein Lied singen, ein Gedicht aufsagen oder ein Theaterstueck auffuehren.
Freitag frueh habe ich mich mit einer Freiwilligen zum Fruehstueck getroffen und danach bin ich gleich nach Nanyuki aufgebrochen, um die anderen von ihrer Bergtour abzuholen. Natuerlich bin ich nicht gleich angekommen, sonder musste umsteigen und ueber eine Stunde darauf warten, dass das Matatu voll wurde... Dann war noch ein schlimmer Autounfall auf unserer Strecke und wir haben einige Verletzte ins naechste Krankenhaus gefahren. Irgendwann kam ich dann doch an und wir sind auch relativ schnell weiter nach Isiolo gefahren, wo eine andere Freiwillige wohnt.
Am Abend hatten wir auch noch ein Erlebnis mit einer roten Kobra, die im Hauseingang war. Es hat ziemlich lange gedauert, bis die Wachmaenner sie erwischt haben... Schlangen werden dort generell immer getoetet, da sie toedlich sein koennen und auf dem Gruendstueck von einem Waisenhaus nichts zu suchen haben.
Am Samstag sind wir auf die Isiolo- Hills gelaufen, wo man einen Blick auf den Mt Kenia hatte. Nachmittags haben wir noch mit den Waisenkindern gespielt, die total aufegeregt waren, dass vier Weisse bei ihnen zu Besuch waren.
Sonntag (12. Dezember) wat Unabhaengigkeitstag in Kenia und wir sind vor unserer Abfahrt noch zu einer offiziellen Feier gegangen, wo viele Gruppen getanzt und gesungen haben. Da Isiolo im Norden liegt, kann man dort den muslimischen Einfluss sehr gut sehen, anhand der Kleidung und auch am Aussehen.
Nachmittags waren Lisa und ich zurueck in Nairobi und sind in einem wunderschoenen Hostel gelandet. Dort haben wir viele junge (aber auch alte, ca. 50 Jahre) Reisende getroffen, mit denen man sich ausstauschen konnte. Es gibt eine heisse Dusche und eine super geile Lasagne, damit sind wir rundum zufrieden und fuehlen uns einfach nur wohl! :)
Montag waren wir nur im Yaya-Centre, wo wir sehr teuer einkaufen waren und uns ein tolles Stueck Kuchen gegoennt haben. Abends haben wir nur im Aufenthaltsraum gesessen, lecker gegessen und gequatscht. Im Hostel haben wir noch eine andere ICJA-Freiwillige getroffen und am Montag kam noch eine andere hinzu.
Am Dienstag sind Lisa und ich zum "Lake Naivasha" gefahren. Von dort aus sind wir mit einem Matatu um den halben See gefahren und haben uns von dem Dorf "Mingoni" ein Motorrad zum Kratersee genommen. Dort konnten wir alleine durch die Wildnis laufen und haben einige Giraffen, Zebras, Affen, Antilopen, Gazellen und Bueffel gesehen und das jeweils nur einige Meter von uns entfernt!!! Der Ranger hat uns irgendwie im Kreis gefuehrt, aber wir sind noch am Krater gelandet. Von dort aus hat uns unser Motorradfahrer wieder abgeholt und wir sind an einer Herde Giraffen vorbei gefahren, die unsere Anwesenheit ueberhaupt nicht gejuckt hatt. :)
Eigentlich wollten wir am naechsten Morgen noch mit dem Fahrrad durch "Hell's Gate National Park" fahren, aber ich war mal wieder krank. Somit gings zurueck nach Nairbi, die Tour werden wir aber auf jeden fall nachholen!
Heute (Donnerstag) waren wir mit Lise (aus Daenemark) im Nationalmuseum, was echt toll war, da man dort die Geschichte Kenias verfolgen konnte und sehen konnte, wie sich die einzelnen Staemme entwickelt haben.
Lisa faerht bereits morgen zurueck nach Kitui, ich bleibe allerdings noch bis Samstag.
Bilder werde ich solbald wie moeglich reinstellen!
Puhh, die Tasten gluehen und ich kann auch langsam nicht mehr schreiben. ;)
Bis bald!
Seid umarmt. <3
Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch an euch alle!!! :D
Samstag, 13. November 2010
Fazit nach den ersten 3 Monaten
Diesmal schreibe ich nicht ueber eine Reise in Kenia, sondern ueber die kleinen Macken und Eigenheiten der Kenianer, meinen Alltag, das Essen und was mir sonst noch so einfaellt. Aber wie gesagt, alles was ich hier heute geschrieben habe, sind Dinge, die ich so wahrgenommen habe, rein SUBJEKTIV sind und auf keinen Fall auf alle Kenianer zu uebertragen sind!!! Das ist echt wichtig, denn ich moechte nicht, dass ihr euch ein Bild von den Kenianer macht, nur nach meinen Beschreibungen zu Folge!
Puhhh, wo faengt man am besten an...? Vielleicht beim Essen, das ist das einfachste. :D In meiner Region um Kitui leben hauptsaechlich die Kamba-Leute und damit ist auch eine Richtung vom Essen hier sehr verbreitet. Man koennte behaupten, es dreht sich (fast) alles um Bohnen.^^
1) Pilau besteht aus Reis mit ein paar Bohnen dazwischen. Nicht unbedingt mein Lieblingsessen, da es sehr trocken ist. Aber wenn eine Fleischbruehe dazu gegeben wird, ist es echt lecker. Manchmal gibt es auch Kohl dazu.
2) Dann gibt es Madondo, mein absolutes Highlight der Woche, denn unsere Koechin in der Schule – Mama Lydia – kocht das JEDEN Freitag! Es ist ein Bohneneintopf mit Zwiebeln und Tomaten verfeinert, wozu es Chapati gibt, lecker. Chapati sind mit Pfannkuchen vergleichbar, nur dass sie aus Mehl und Wasser bestehen und etwas haerter sind.
3) Ein weiteres Bohnengericht ist Githeri, was eigentlich nur aus Bohnen und Mais besteht und so lange eingekocht wird, bis alles weich ist.
4) Mothokoi – Mais mit Erbsen, auch nur eingekocht. Schmeckt mit Avocados um einiges besser!
5) Sukuma Weeki ist eine Art von Spinat, der mit Zwiebeln und Tomaten verfeinert wird. Dazu gibt es Ugali, etwa wie Griesbrei, eben nur mit Maismehl gekocht.
6) Ausserdem gibt es Kohl mit Ugali, auch nicht schlecht.
Diese ganzen Gerichte kann man natuerlich mit Ugali oder Reis variieren, aber Reis ist teuer und damit gibt es den eher selten. Ugali isst man grundsaetzlich mit den Fingern. Dann gibt es noch Mandazi Super mega geil! Aus Mehl, Milch und Ei gemacht und dann fritiert. Schmeckt mit Zucker, Marmelade oder Nutella noch um einiges besser! Generell gibt es hier eher wenig Fleisch, also perfekt fuer jeden Vegetarier, zu dem ich mich auch fast zaehlen koennte.^^ Ganz selten gibt es auch mal Kartoffeln im Kohl, aber man muss angestrengt danach suchen. Das Fruehstueck ist nicht sonderlichh spektakulaer... jeden Tag Weissbrot mit Butter und Marmelade, wobei der Fruchtanteil glatte 0 % ist! In Kitui wird viel Honig hergestellt und den habe ich angefangen fuer uns gekauft. Da mir das Brot aber jetzt schon zum Hals raushaengt, habe ich mir Cornflakes gekauft, die ich mit Aepfeln und Bananen esse. Leider muss ich das heimlich in meinem Zimmer machen, da ich es sonst mit 6 Personen teilen muesste und es dazu einfach viel zu teuer ist. Grundsaetzlich gilt bei mir in der Gastfamilie, alles was du im Wohnzimmer ist, musst du teilen! Damit bunker ich einige Sachen bei mir im Zimmer so, dass mein kleiner Gastneffe sie auch nicht findet. Leider war ich in der Vergangenheit oft krank, was ich unter anderem auch dem Naehrstoffmangel zuweise. Ich habe in Deutschland viele Milchprodukte gegessen, was hier eigentlich nur das Milchpulver im Tee ist. Auch esse ich hier wenig Obst, da die paar Banenenbaueme im Garten nicht so viele Fruechte tragen. Damit kaufe ich mir das Obst (Aepfel und Bananen) in der Stadt, was auch nicht billig ist. Mangos und Papayas sind erst im Januar/ Februar bzw. nach der Regenzeit reif.
Trinken tue ich hier fast nur Tee, da ich dann sicher weiss, dass das Wasser abgekocht ist. Leider ist da sehr viel Zucker drin... In der Schule weiss ich, dass das „Trinkwasser“ entweder vom Fluss kommt oder Regenwasser ist. Leider kann ich beides nicht trinken, da ich es ueberhaupt nicht vertrage. Ich kaufe mir jedes Wochenende Wasser in der Stadt, aber so viel kann ich auf einem Motorrad nicht zurueck transportieren. Das sollte erst mal reichen, wenn ihr fragen habt, einfach nachhaken!
Dann komme ich mal zu den Macken und Eigenheiten der Kenianer in meiner Umgebung. Was eigentlich immer eingetreten ist ist, dass sie fast nie puenktlich sind oder sich an einen Zeitplan halten.... ich hasse es, wenn Leute unpuenktlich sind, damit muss ich mich in Geduld ueben. Es gab eine Veranstaltung an unserer Schule, die um 14 Uhr losgehen sollte. Die Schueler wurden mehrfach darauf hingewiesen, ihren Eltern zu sagen, dass sie ja puenktlich sein sollten. Und tatsaechlich die Eltern waren puentklich, aber die Veranstaltung hat erst um 17 Uhr angefangen... das war ein toller freier Samstag! Der Kommentar meiner Lehrer auf meine Stimmung war, dass sie sich an der Sonne und nicht an der Uhr orientieren, na toll!
Eine weitere Sache ist, dass ich hier immer noch als die Mzungu gesehen werde, was mich echt nervt. Sie rufen mich immer so, selbst wenn ich darauf nicht mehr reagiere. Meine Schuelerin hat mir gesagt, dass das ueberhaupt nicht boese gemeint ist und nicht diskriminierent ist. Das ist zwar troestlich, dennoch nervt es mich. In Deutschland wuerden wir ja auch nicht „Ey Schwarzer!“ ueber die Strasse rufen, oder? Manchmal rennen mir 50 kleine Grundschulkinder auf meinem nach Hauseweg hinterher und fragen mich zig mal „Wie heisst du? Wie geht es dir? Woher kommst du?“, obwohl sie die Antworten eh schon kennen. In solche Momenten fuehlt man sich wie Madonna!
Dazu kommt noch, dass man oft angegraben wird, hauptsaechlich von aelteren Maennern... Sie fragen einen immer gleich nach der Handynummer und fuer die ist das total normal. Der Altersunterschied scheint in dieser Hinsicht kein Problem zu sein. Nach der Zeit gewoehnt man sich dran und lernt damit umzugehen.
Dann trinken viele Maenner gerne ueber ihren Durst und koennen dann ziemlich respektlos werden. Lisa und ich wuerden NIE alleine in Kitui ausgehen, da wir uns sonst wie Frischfleisch fuehlen wuerden. Solange keine maennliche Begleitung, egal ob weiss oder schwarz, dabei ist, kann man den Abend nicht wirklich geniessen. Das einzig Gute an der Sache ist, dass man ueberhaupt kein Getraenk selber zahlen muss.^^
Meine Gastfamilie ist ok, aber ich lebe eher neben den her, als wirklich ein Familienmitglied zu sein. Fuer ein Jahr ist das in Ordnung, aber danach reicht es auch. Meine Gastmutter muss 6 Leute durchfuettern und bekommt von meiner Organisation kein Geld fuer mich. Ich bringe am Wochenende immer Brot, manchmal auch Avocados, Butter oder Marmelade, mit. Allerdings geht das so schnell weg, dass man kaum hinterher kommt. Meine Gastmutter gibt mir manchmal das Gefuehl, dass sie moechte, dass ich einige Dinge fuer sie finanziere. Sie erzaehlt mir dann von der Stromleitung, der Batterie oder dem Wassertank, den sie sich gerne anschaffen wuerde und wie teuer die Sachen doch sind. Ich bin aber nicht hier, um ihr solche Sachen zu kaufen und damit ueberhoehr ich solche Kommentare dezent. Das was ich an Essen aus der Stadt mitbringe, deckt fast meinen Anteil den ich zu mir nehme, daher habe ich kein schlechtes Gewissen.
Was nicht nur mir aufgefallen ist, ist der Umgangston, der hier oft vorherrscht. Es heisst meistens nur „Gib mir den Zucker! Schenk mir mehr Tee ein! Gib mir deinen Stift!“, aber es kommt fast nie ein „Bitte“ ueber die Lippen. Die Lehrer zum Beispiel rufen einen Schueler, der ca. 100 m entfernt steht von der Lehrerzimmertuer, und sie moechten, dass er neuen Tee holt. Aufstehen und die Kanne bis zur Tuer tragen tun sie, aber die 3 m weiter zur Kueche schaffen sie dann nicht mehr... So etwas gewoehne ich mir nicht an, auch wenn mich die Lehrer immer schraeg anschauen, wenn ich mir meine Sachen selber hole.
Dann werden die Schueler bestraft, wenn sie zu spaet kommen, aber die Lehrer koennen ohne Probleme 20 min zu spaet zum Unterricht erscheinen.
Oft wird das Mittagessen erst kurz vor der naechsten Stunde serviert und die Lehrer beginnen ihre Mittagspause erst mit dem Essen. Damit sitzen sie im Lehrerzimmer, fertig gegessen haben sie, und warten und warten, obwohl sie eigentlich ne Stunde haetten! Irgendwann faellt es ihnen ein und sie ueberziehen dann ihre eigene Stunde um einiges, damit sie ihre 40 min Unterricht machen koennen... Die Schueler haben in mancher Hinsicht echt schlechte Vorbilder! Die Ironie dabei ist, dass die meisten Lehrer erst vor einem halben Jahr die Schule selber abgeschlossen haben und sich jetzt wie Goetter fuehlen. Diese Art, wie sie ihre Macht den Schuelern gegenueber praesentieren, ist in meinen Augen laecherlich...
Dann komme ich jetzt mal zu meinem Alltag, der nicht sonderlich spektakulaer ist. Montags und freitags bin ich immer von 8:00 bis 17:00 Uhr in der Schule, dienstags von 8:00 bis ca. 12:00 Uhr, mittwochs und donnerstags von 10:00 bis 17:00 Uhr. Dort habe ich mal mehr, mal weniger zu tun. Zu Hause wasche ich meine Waesche (was per Hand schon etwas dauert), putze das Haus, wasche Geschirr ab oder lese. Das ist eigentlich auch schon alles. Viel besser kann ich meine Freizeit nicht gestalten, da ich hier alleine bin. Am Wochenende fahre ich immer in die Stadt, um mich mit Lisa zu treffen. Oft schlaeft dann die eine bei der anderen.
Damit freue ich mich jetzt um so mehr auf meine Sommerferien, denn die sind geschlagene 5 Wochen lang! Die erste Woche fahre ich mit Ronny und Lisa fuer 3 Tage nach Mombasa und dann noch 3 Tage an den Diani Beach. Danach machen wir Freiwillige hoffentlich eine Tour auf den Mt Kenya fuer ca. 8 Tage. Am 21. Dezember kommen dann meine Eltern und wir werden auf Safari gehen. An Silvester ist dann die Hochzeit von Phil in Nairobi, einem ICYE Co-Worker. In der ersten Januarwoche ist dann noch unser Mid-Year-Camp, was von der deutschen Regierung vorgeschrieben ist. Danach bin ich bis Ende Maerz im Projekt und den April ueber habe ich wieder Ferien. Danach bin ich bis Ende Juli wieder im Projekt und habe dann bis zum 9. August Ferien, da ich dann zurueck fliegen werde.
Momentan ist Regenzeit bei uns, was auch langsam mal Zeit wurde! Es regnet fast jede Nacht und dann auch sehr viel. Nachteil an der ganzen Sache ist, dass zwischen unserem Wellblechdach und unseren Zimmern nichts ausser Luft ist, damit wird es nachts durch den Regen extremst laut. Damit kann ich noch weniger schlafen... Die ganzen Strassen in Kangalu bestehen aus Sand, damit sind es ziemliche Schlammpisten nach dem Regen und es kann sehr rutschig werden. Am Morgen muss ich dann oefters von einer Schlamminsel zur naechsten springen und die Schueler findens witzig.^^ Da unsere Schule an einem kleinen Hang liegt, ist sie nach dem Regen eher ein kleiner reissender Fluss und der Schulhof ist schwer zu ueberqueren. An solchen Tagen duerfen die Schueler zum Glueck auch andere, waermere Kleidung tragen und sie werden nicht bestraft, wenn sie zu spaet kommen. Einige muessen morgens einen Fluss ueberqueren, was ziemlich gefaehrlich sein kann, da man nie weiss, wie tief sie sind. Oft muss einfach so lange gewartet werden, bis das Wasser wieder niedriger wird.
Soooo, das wars.... ich hoffe, ich habe nix vergessen. Wenn ihr Fragen haben solltet, einfach melden! Ich freue mich immer sehr ueber Mails, Briefe und Postkarten!
Kwaheri!
Jana
Mittwoch, 3. November 2010
Camping Wochenende in Konza
Am letzten Wochenende war ich mal wieder auf Reisen und habe ein kleines Abenteuer erlebt. Freitags gings nach nach der Teepause los und ich habe mich vom Puki Puki Paul per Motorrad abholen und in die Stadt fahren lassen. Puki Puki ist dir Uebersetzung fuer Motorradfahrer. Als Proviant bin ich natuerlich nicht an den leckeren Chapatis vorbeigekommen und habe mir noch schnell welche am Busbahnhof gekauft. Das war das erste Mal, dass der Busfahrer versucht hat, mir mehr Geld fuer die Fahrt abzuknoepfen, aber er hat ohne Diskussionen nachgegeben. Allerdings muss ich diesmal keinen Express-Bus erwischt haben, denn er hat das Matatu sehr voll beladen und hat damit sehr oft angehalten... . Um kurz nach vier war ich dann endlich in Nairobi und habe mich mit Marit und Lea getroffen, um noch etwas essen zu gehen.
Treffpunkt am Bahnhof war 18 Uhr, wir waren etwas spaet dran, aber die Zuege wuerden mit Sicherheit eh nicht puenktlich abfahren.^^
Insgesamt waren wir 18 Leute, darunter viele „alte“ Freiwillge, einige neue Freiwillige aus der Schweiz und aus Spanien und ein paar Co-Worker vom ICYE. Wir hatten Tickets fuer die dritte Klasse und der Zug war ueberraschender Weise eigentlich vom „Standart“ wie ein deutscher IC. Die Reisenden in unserem Abteil haben am Anfang etwas komisch geschaut, wow, so viele Wanzungu in einem Abteil! Irgendjemand kam dann auf die Idee waehrend der Fahrt eine Krawatte zu kaufen und am Ende hatten wir alle eine, sozusagen als Andenken. Wir haben die Leute wirklich unterhalten, haha. Nach ca. 2 Stunden Fahrt sind wir in Konza angekommen und es hiess alle Mann raus aus dem Zug! Das am Bahnhof kein Bahnsteig war, schien fuer die Kenianer normal, damit sind wir auf den Gleisen ausgestiegen. Zum Glueck kommt auf der Strecke der Zug nur zwei mal am Tag! Allerdings waren noch nicht alle draussen und der Zug fuhr auf einmal weiter! Damit mussten die restlichen Passagiere waehrend der Fahrt noch aus dem Zug springen.
Wir haben dann vor dem Bahnhof auf den Ranch-Besitzer gewartet, auf dessen Grundstueck wir die naechsten zwei Naechte zelten wuerden. Der kam dann auch recht bald, allerdings ist das Transportmittel kaputt. Damit sind wir in den naechsten Pub gegangen, haben uns ein Bier bestellt und Billard gespielt. Nach einer halben Stunde kam dann der Ersatz, ein Traktor mit Anhaenger, worauf einige Matrazen lagen.^^ Also sind wir allesamt mit unserem Gepaeck dort drauf geklettert und los ging die Fahrt in die Wildnis bzw. Pampa. Die Fahrt hat ca. Ne halbe Stunde gedauet, bis wir an einem sehr grossen Haus ankamen, dort wohnt der Besitzer Mike. Das Haus war super gemuetlich und luxurioes eingerichtet und uns wurde erst mal Tee mit Brot serviert, Abendessen gibt es danach, wurde uns mitgeteilt. Wohlbemerkt, es war schon 22 Uhr! Nach einigen Kennenlernspielen gab es endlich Abendessen und wir konnten uns auf den Weg zu unserem Camp machen. Dafuer ging es wieder ab auf den Traktor und fuer weitere dreissig Minuten durch die Pampa. Als wir dort ankamen war es 2 Uhr in der Frueh und wir waren alle ziemlich erledigt. Das Camp war von Dornenbueschen umgeben, die die wilden Tiere abhalten sollten. Wir haben uns unser Bettenlager unter freiem Himmel schnell abfgebaut und sind dann auch gleich schlafen gegangen. Mike hat die ganze Nacht mit einem Gewehr Wache am Lagerfeuer gehalten.
Am Samstag Morgen wurde ich puenktlich zum Sonnenaufgang um kurz vor 6 wach und habe erst mal einige Bilder gemacht, bevor ich wieder schlafen gegangen bin. Gegen 9 gab es dann Fruehstueck und was fuer eins! Brot mit echt guter Marmelade, Tee, Kaffee, Kakao und Bohnen. Allerdings haette ich die frischen Tomaten nicht essen sollen, aufgrund der Gefahr vor den Bakterien. Ich hatte aber Lust darauf und habe es am Abend bereut, denn mein Magen fand die nicht so toll...
Danach wollten wir uns auf unsere erste Safari machen, denn wie uns erklaert wurde, leben 75% aller Tiere in Kenia auf Ranchen und der Rest in den National Parks. Der Motor wollte nicht anspringen, also musste erst mal ein Ersatzteil geholt werden.
In der Zeit sind wir zu einem Tank gelaufen, wo man angeblich baden gehen koennte, aber das Wasser sah nicht so einladend aus und wir haben alle dankend verzichtet. Mit dem Baden muss man hier extrem aufpassen, denn die Gefahr auf Wuermer ist sehr sehr hoch. Man sollte nur in sauberen Poolanlagen und im Meer baden gehen. Auf dem Weg zurueck zum Camp wurde uns unser Mittagessen praesentiert – eine Gazelle! Die wurde am Morgen von einer Hyaehne verletzt und wir wuerden sie nun essen, da war ich echt mal gespannt. Probieren wuerde ich auf jeden Fall!
Dann ging es endlich los und wir sind quer durch die riesige Ranch gefahren. Auf unserer Safari (was im Swahili „Reise“ bedeutet) haben wir Bueffel, Zebras, Gazellen, Antilopen, Strausse und Giraffen gesehen, es war ueberwaeltigend diese Tiere in freier Wildbahn zu sehen! Kurz vor Schluss sind wir noch einen Huegel rauf gelaufen und sind dabei an mehreren Hyaehnen-Lager vorbei gekommen. Mike ist immer mit dem Gewehr voraus gegangen, nur um sicher zu gehen... War schon ein wenig unheimlich dort rumzulaufen, wo die Tiere tatsaechlich schlafen und die Spuren noch ganz frisch sind! Oben angekommen hatten wir einen atemberaubenden Blick ueber die Ranch und die Steppe.
Auf dem Rueckweg musste natuerlich noch was passieren und wir haben ein Rad waehrend der Fahrt verloren, grossartig! Da wir die Schrauben auf dem Weg nicht finden konnten, wurden kurzerhand einige vom anderen Rad abgeschraubt und das verlorene wurde wieder angeschraubt. Ob das gut gehen wuerde...?
Naja, auf jeden Fall sind wir alle heil im Camp angekommen und das Mittagessen war schon fertig. Ich muss ehrlich gestehen, dass das Fleisch der Gazelle echt lecker geschmeckt hat, ueberhaupt nicht so intensiv, wie ich es erwartet hatte!
Am Abend am Lagerfeuer ging es mir aufgrund der Tomaten nicht gut und ich bin gleich nach dem Abendessen ins Bett gegangen. Natuerlich gab es wieder Gazelle zum Essen, das Tier ist schon ziemlich gross!
Nachts musste ich oefters aufs Klo und ich habe mich auf den Weg dort hin gemacht, denn es lag ausserhalb des Camps... der Wachmann mit der Knarre hat tief und fest geschlummert. Waehrend ich da so sass habe ich auf einmal ein Tier laut aufheulen gehoert und es klang nicht allzu weit weg... Auf dem Rueckweg bin ich nur noch zurueck ins Camp geflitzt.^^
Am naechsten Morgen hat sich herausgestellt, dass das Heulen von einer Hyaehne kam, gut dass ich das in der Nacht nicht wusste!^^
Ich wurde wieder zum Sonnenaufgang wach und diesmal habe ich sogar den Kilimandscharo sehen koennen, WOW! Der Berg sah allerdings nicht so gross aus und war oben auch abgeflacht, Bilder werden dazu hochgeladen! Angeblich waren wir nur ca. 150 km von ihm entfernt.
So gegen halb sechs gab es eine Vogelwanderung, aber ich bin im Camp geblieben, da mein Magen nicht ganz mitspielen wollte. Nach dem Fruehstueck sollten wir noch eine kurze Wanderung machen, aber stattdessen haben wir in der Sonne gelegen und gedoest.
Zum Mittagessen gab es wieder Gazelle und danach haben wir wieder alle Sachen auf den Traktor geladen. Als wir keine 100 Meter vom Camp entfernt waren, war der Reifen platt, was fuer eine Ironie! Damit sind wir mit den Matrazen wieder zurueck in den Schatten gelaufen und haben auf Ersatz gewartet. Der kam zum Glueck relativ bald und wir sind in den Laster auf die Ladeflaeche geklettert. Nach ca. 1 Stunde waren wir dann an der Mombasa Road, der Hauptverbingsstrecke zwischen Nairobi und Mombasa. Von dort aus habe ich ein Matatu zurueck nach Kitui genommen, wo ich voellig platt gegen 18 Uhr ankam.
Ich hoffe, ich kann die Bilder mit dem Blogeintrag gleich hochladen, wenn es das Internet zulaesst...
Das war mal wieder ein kleiner Einblick von meinen Reisen durch Kenia, die naechste Reise geht mit Lisa und Ronny Ende November fuer eine Woche nach Mombasa und Diani Beach. Hoffentlich schafft es Gerry fuer uns eine Mount Kenya Tour zu organisieren, die auch im Dezember stattfinden wuerde. Ich habe jetzt noch 3,5 Wochen Schule, eine Woche davon sind Abschlussexamen. Danach sind endlich Sommerferien fuer 5 Wochen, wo ich viel mit Freiwilligen, aber auch mit meinen Eltern reisen werde.
Bis dahin alles Liebe!
Jana
Freitag, 15. Oktober 2010
Meine erste kleine Reise nach Migori
Letzte Woche hatten wir an unser Schule ein verlaengertes Wochende frei, damit die Schueler sich auf ihre Examen in dieser Woche vorbereiten konnten. Damit hatte ich am Freitag und am Montag keine Schule und ich hatte beschlossen, mit ein paar anderen Freiwilligen nach Migori zu fahren.
Migori liegt im Suedwesten Kenias, fast an der Grenze zu Tansania und auch in der Naehe vom Victoria See. Dort wohnen fuenf weitere Freiwillige, die wir besucht haben.
Freitag frueh gings dann um sieben Uhr bei mir zu Hause los und ich habe mich auf den Weg nach Nairobi gemacht. Wenn man in Kenia reist, muss man (fast) immer nach Nairobi, um von dort aus weiter zu reisen. Mittags kam ich dann an und habe mir mal wieder einen Burger gegoennt, um mal wieder richtig gutes Fleisch zu essen, haha. In dem Restaurant habe ich dann Katha und Helena getroffen, die beide in Nairobi wohnen. Spaeter haben wir noch Lea (lebt auch in Nairobi) vom Bus abgeholt.
Danach gings gleich zum Bus und mir wurde gesagt, dass wir nicht mehr als 550 Sh zahlen sollte und auch von niemanden den Weg zum Bus zeigen lassen sollen. Der Grund dafuer ist, dass derjenige dann Geld von dem Busfahrer gezahlt bekommt, dass er uns zu ihm gebracht hat und damit muessten wir natuerlich mehr bezahlen. Der Busbahnhof war mehr als aetzend, da er direkt neben einem riesigen Markt lag und wir 4 „Mzungus“ (Weisse) fallen dort halt richtig auf und jeder hat uns seine Hilfe angeboten. Irgendwie hat es dann doch jemand geschafft uns zu einem Bus zu bringen und dann ging das Verhandeln los. Auf einmal standen fuenf Maenner um uns herum und alle haben auf uns eingeredet. Sie meinten immer wieder nur „Jetzt steigt doch einfach ein!“, das Problem ist, wenn der Preis vorher nicht fest vereinbart wurde, kann das boese und sehr sehr teuer enden. Wir haben dem Busfahrer dann den Preis genannt und er wollte aber 800 Sh von uns, was natuerlich der „Weisse“ Preis war. Wir meinten dann, wir wuerden maximal 600 Sh bezahlen und er meinte wieder nur „Steigt doch einfach ein!“. Irgendwann wurden die Maenner sehr aufdringlich und haben Katha sogar an den Hintern gegriffen und haben uns immer mir in den Bus gedraengt, echt keine angenehme Situation. Nach 10 Minuten haben sie dann unseren Preis akzeptiert und wir sind eingestiegen. Allerdings stand auf dem Schild, dass der Bus nur bis nach Kisii faehrt, was ca. 2 Stunden vor Migori liegt. Darauf meinte er nur, er wuerde auch bis nach Migori fahren und wir mussten ihm glauben. Auf diesem riesigen Busbahnhof ist es echt schwer, den richtigen Bus zu finden!
Nach anderthablb Stunden Berufsverkehr waren wir endlich raus aus der Stadt und sind in ein Tal runter gefahren, wo wir die riesige weite Steppe bestaunen konnte. Auf dem Weg sind wir am Masai Mara National Park vorbeigefahren und haben am Strassenrand Horden von Zebras und Gazellen gesehen und auch vereinzelt Giraffen.
Nach fuenf Stunden Fahrt meinte der Busfahrer auf einmal, dass er gar nicht nach Migori faehrt, na toll! Er meinte nur, dass der Bus vor uns dort hin faehrt und wir in den umsteigen sollen. Als wir dann angehalten haben, haben wir mehrfach nachgefragt, ob wir noch mal zahlen muessen und er meinte, er regelt das mit dem Busfahrer und gibt ihm das Geld fuer den Rest der Fahrt. Um halb efl (nach fast 8 Stunden Fahrt) kamen wir dann endlich in dem kleinen Dorf „Obama“ and und wir wurden von zwei Freiwilligen und ihren Gastbruedern abgholt.
Dann kam der Schock, wir sollten noch mal bezahlen! Wer jetzt wen verarschen wollte, ist uns nicht klar. Ob der erste Busfahrer einfach zu wenig bezahlt hatte oder ob der zweite versuchen wollte, dass wir nochmal zahlen wuerden, ist nicht klar. Auf jeden Fall gab es wieder eine lange Diskussion, aber gezahlt haben wir nicht, ha! ;)
Abends gab es dann noch ein kleines Festmal: Chapati, Ugali, Linseneintopf, Avocados und Kohl! Alles mega lecker!
Katha und Helena haben dann bei Lea uebernachtet und die andere Lea und ich bei Katrin. Am naechsten Morgen wollten wir uns natuerlich erstmal waschen und das war echt ein Highlight!
Generell ist es in der Gegend von Migori super gruen, alles waechst dort in Mengen. Die Dusche bestand aus Blechwaenden, die im Garten stand, aber ohne Dach. Damit konnte man beim Duschen auf die Felder schauen und die Nachbarskinder fanden es auch sehr amuesant, dass sich dort jetzt noch zwei Weisse mehr duschten.
Anschliessend ging es zum Fruehstueck zu Lea und danach sind wir nach „Homa Bay“ am Victoria See gefahren. Dort in der Naehe in einem kleinen Dorf, fand eine Beerdigung von Katrins Gastfamilie statt und wir wurden eingeladen, dort zu uebernachten. Den Tag haben wir in „Homa Bay“ verbracht, aber die Stadt ist nicht sehr spannend gewesen. Eigentlich waren wir auf der Suche nach einem Strand, aber der See war an dieser Stelle voller Seerosen (oder so aehnlich) und damit konnten wir nicht ans Wasser. Baden gehen kann man in Seen in Kenia generell nicht, da dort fuer uns sehr gefaehrliche Bakterien drin sind. Damit haben wir uns auf einen Steg zum Sonnen gelegt.
Spaeter wurden wir von einem weiteren Verwandten in seinen Land Rover abgeholt und wir wurden auf der Ladeflaeche ordentlich durchgeschuettelt! Nach ner halben Stunde kamen wir endlich in dem Dorf an und die Beerdigung war noch im Gange. Uns wurde dann gesagt, dass man uns auf der Beerdigung erwarten wuerde, och nee! Wir haben dann dem Fahrer erklaert, dass es bei uns nicht ueblich ist, auf fremde Beerdigungen zu gehen und dass das Ganze eher privat ist. Hier findet allerdings ne riesen Party statt und das „Leben“ wird gefeiert. Trotzdem wollten wir nicht hingehen, da wir als „Weisse“ die ganze Aufmerksamkeit auf uns ziehen wuerden und wir fanden das nicht so angemessen. Dann kam Katrins Gastmutter und die Diskussion ging wieder von vorne los, aber wir sind standhaft geblieben. Mittlerweile hatten es alle mitbekommen und um unser Auto hatten sich 50 Kinder versammelt und haben sich die Nasen an den Scheiben platt gedrueckt. Wir haben uns echt wie im Zoo gefuehlt! Wir konnten sie dann uebereden, uns gehen zu lassen und sind noch etwas in der Natur rumgelaufen, bevor das Unwetter kam. In dieser Gegend regnet es jeden Tag fuer ein paar Stunden.
Abends gab es dann wieder ein Festmal und das ganze Dorf wurde angerufen und allen wurde mitgeteilt, dass die Weissen im Dorf sind. Damit sind immer wieder Leute zu uns gekommen und wir mussten uns immer wieder aufs Neue vorstellen, was nach ein paar Stunden echt nervig war.
Wir haben uns eine kleine Huette geteilt und ich habe mit Katha und Lea in einem Bett geschlafen. Nachts bin ich dann mal aufgewacht und auf einmal lag eine von der Familie zwischen Lea und mir im Bett! Ich war so verwirrt und bin erstmal aufgestanden und ins Wohnzimmer gegangen, wo komischer Weise nachts noch die Lampe an war. Ich dachte echt, dass ich trauemen wurde und bin wiede schlafen gegangen. Am naechsten Morgen hat mir die Story zum Glueck Lea bestaetigt und ich war nicht komplett durchgeknallt! Keine Ahnung warum sie bei uns im Bett lag und wie sie zu uns ins Haus gekommen war...
Wir hatten allen angekuendigt, gleich nach dem Fruehtueck zu gehen, da wir noch andere Freiwillige besuchen wollten und dort auch zum Mittagessen eingeladen waren. Beim Fruehstueck wurden wir dann wieder vielen Leuten vorgestellt und es gab Diskussionen ueber die Standartthemen mit Weissen: Bildung, Ehe und Religion. Keine angenehme Unterhaltung, wenn ich denen am liebsten gleich sagen will, dass ich nicht an Gott glaube. Diese Themen sind immer etwas heikel... und diesmal war es auch sehr anstrengend, da es nicht wirklich akzeptiert wurde, dass ich nicht religioes bin.
Als wir dann gehen wollten hiess es, wir bleiben ja zum Mittagessen, oder? Nicht schon wieder!!! Die eine Frau hat uns dann auf Luo zugetextet und ordentlich auf die Traenendruese gedrueckt. Wir meinten immer wieder nur „Nein, wir muessen gehen, das war auch so abgesprochen.“, aber akzeptieren wollten sie es nicht. Erst als wir meinten, dass wir was mitnehmen wuerden, war es ok. Dann wollten wir uns verabschieden und die eine Frau (die NICHT die Gastgeberin, sondern ein Gast war) weigerte sich, uns die Hand zu schuetteln! Sie musste dazu von den anderen gezwungen werden und ich sage euch, wenn Blicke toeten koennten, WOW!!! So was habe ich echt noch nicht erlebt!
Naja, wir sind dann in das Dorf „Stella“ gefahren, aber ohne Katrin und Lea, da sie noch eine Verabredung hatten. Wir anderen haben Tabea und Anne in ihrem Kinderheim besucht, wo sie auch gleichzeitig leben. Dort waren dann auch zufaellig die Freiwilligen Quantum (USA) und Lise (Daenemark) und wir konnten uns ueber unsere Projekte, Gastfamilien, Heimweh, etc. Austauschen. War echt ein schoener Nachmittag.
Dann kam der grosse Regen und wir wollten erstmal keinen Schritt vor die Tuer setzten und wir haben gewartet. Allerdings wurde es dann bald dunkel und wir haben beschlossen, im Kinderheim zu uebernachten.
Am naechsten Morgen (es war Montag) kam dann unser Bus um 6 Uhr frueh und wir waren Mittags wieder in Nairobi. Von dort aus bin ich dann noch 3 Stunden nach Kitui weitergefahren.
Abends kam ich dann voellig fertig an und musste erst noch mal meine ganze Waesche waschen, was dauert, wenn man sie per Hand waschen muss.
Am Dienstag gingen dann die Examen in unserer Schule los und ich hatte Deutsch und Englisch in meiner ersten Klasse und Deutsch in meiner dritten Klasse. Die dritte Klasse ist momentan meine „Arschlochklasse“, da sie mich staendig verarschen und wie Dreck behandeln. Sie haben auch besonders schlecht abgeschlossen und ich musste heute mit der Schuldirektorin ueber die Situation reden. Ich weiss, dass die absolut kein Deutsch lernen wollen und das lassen sie mich auch spueren. Meine Schuldirektorin hat mir jetzt angeboten, dass ich die unterrichten kann, die es auch lernen wollen und die anderen haetten dann frei. Ich glaube nicht, dass auch nur ein Schueler kommen wird, aber naja... Meine erste und zweite Klasse sind super motiviert und einfach nur spitze, da macht das Unterrichten echt Spass!
Am Mittwoch hatte ich keine Examen und ich wollte zur Lisa nach „Mutukya“ fahren, um mit ihr den Tag zu verbingen, bevor sie die naechste Woche verreist. Eigentlich wollte ich den Bus um 12 Uhr nehmen (damit war ich um 11 Uhr an der Haltestelle) und der Bus kam um 16 Uhr!!! Die Leute, die dort einen Laden hatten, wussten, dass ich dort hin will und haben mir nicht gesagt, dass es noch einen anderen Bus gibt! Na vielen Dank auch!
Im Bus war dann so ein Irrer, der den ganzen Bus zusammen geschrien hat und von Gott gepraedigt, eine halbe Stunde lang!!! Danach hat sich dann das Kind neben mir noch die Seele aus dem Leib gekotzt! Was fuer eine Fahrt. Um 18 Uhr war ich dann endlich da, aber viel machen konnten wir nicht mehr, da es eine Stunde spaeter bereits dunkel wird.
Am naechsten Morgen bin ich dann wieder zurueck in die Stadt und wollte noch ins Internet Cafe, aber es gab keinen Strom in der ganzen Stadt...
Ich habe mir jetzt zwei traditionelle Roecke schneidern lassen und als ich dmait gestern in die Schule kamen, fanden das meine Schueler urkomisch. Daran werden sie sich gewoehnen muessen, denn bei der Hitzte sind die viel angenehmer zu tragen.
Morgen haben wir den „Betentag“ wie auch immer und ich muss da am Samstag hin und mir einen Gottesdienst antun. Der findet fuer die vierte Klasse statt, die naechste Woche ihre Abschlussexamen habe. Pflicht ist Pflicht und ich werde es ueber mich ergehen lassen muessen und kann erst am Sonntag in die Stadt fahren.
Das wars erstmal wieder von mir, es ist mal wieder sehr sehr viel geworden.
Ich hoffe, euch allen geht es gut und ihr geniesst den Herbst! (Das meine ich ernst! Ich haette nichts gegen etwas Kaelte! )
Seid umarmt.
Eure Jana
Samstag, 25. September 2010
Mein neuer Alltag & das erste Wiedersehen (fast) aller Freiwilligen in Nairobi
Ich habe mal wieder etwas zu viel freie Zeit in der Schule und bin am Computer, wo ich laut deutsche Musik hören kann.
Langsam gewöhne ich mich an meinen Alltag, aber ganz zufrieden stellt er mich noch nicht... So wirklich viel zu tun habe ich nicht und ich weiß auch nicht so recht, wie ich das ändern kann. Mittlerweile wünsche ich mir, ich hätte mehr Stunden auf meinem Stundenplan stehen, damit ich nicht so viel rumsitzen müsste. Meinen Unterricht habe ich schon immer für mehrer Stunden im Voraus geplant und da das in den 3 Deutschklassen der identische Plan ist, macht das nicht so viel Arbeit aus. Ich konnte mit meiner Schuldirektorin abklären, dass ich mittwochs und donnerstags später zur Schule kommen kann, da meine erste Stunde jeweils nicht vor 11 Uhr ist.
An den Vormittagen kann ich dann (versuchen) auszuschlafen, meine Wäsche waschen und Geschirr abwaschen.
In der Schule sind einige Sachen passiert, mit denen ich nicht wirklich einverstanden bin, woran ich aber auch nichts ändern kann.
Zum einem werden hier die Schüler geschlagen. Sie müssen sich den Stock selber aus dem Lehrerzimmer holen, die Handflächen ausbreiten und dann schlägt der Lehrer einige Male fest zu. Sie werden wegen, meiner Ansicht nach, lächerlichen Dingen bestraft und diese Art von Bestrafungen machen auch nicht wirklich Sinn.
Wenn sie zu spät kommen oder zu laut sind und dem Unterricht verwiesen werden, müssen sie sich mit ihren nackten Knien vor dem Lehrerzimmer für eine Stunde auf den Boden knien und dort in der prallen Sonne verweilen. Eine andere Bestrafung ist für die Jungs Holzhacken und für die Mädels Holz von A nach B zu tragen. Wenn sie „schlimmere“ Dinge anstellen, werden sie geschlagen...
Dadurch, dass die Schule sehr klein und übersichtlich ist, entgeht den Lehrern nichts. Wenn sie schwänzen, werden sie am nächsten Tag bestraft.
Heute gab es mal wieder eine Versammlung und es wurde der prozentuale Anteil der bestraften Schüler pro Klasse/ Jahrgang laut verlesen, krank oder? Danach haben alle Süßigkeiten bekommen, sogar die schlechteste Klasse. Wenigstens etwas! Danach wurden die Schüler mit kleinen Geschenken (ein Heft) belohnt, die am besten in ihrem Jahrgang abgeschlossen haben. Das Notensystem teilt sich in 12 Punkte ein und werden in den Buchstaben von A (12 Punkte) bis E (0 Punkte) ausgedrückt. Die erste Klasse hatte wenigstens noch ein „A“ als beste Note. Die zweite Klasse hatte nur noch ein B, die dritte ein C+ und die vierte ein C-! Bestehen tun die Schüler mit einem gewissen Durchschnitt aller Noten. Klasse 1 mit C, Klasse 2 mit C- und die Klassen 3 und 4 mit D+. Ich will nicht wissen, wie viele am Ende des Jahres ihren Abschluss nicht bekommen werden, wenn die beste Note ein C- war!
Mein Deutschunterricht ist immer noch sehr ernüchternd und ich muss mit allen drei Klassen in zwei Wochen bereits Examen schreiben. Was ich sie abfragen soll, weiß ich noch nicht genau. Viel habe ich noch nicht mit ihnen durchnehmen können, bei drei Schulstunden die Woche. Ich muss sehr viel wiederholen und immer wieder mit ihnen durchsprechen. Da sie oft meine englischen Anweisungen oder Übersetzungen nicht verstehen, gestaltet sich der Unterricht dadurch noch schwieriger.
Mein Englischunterricht in der ersten Klasse stellt mich mehr zufrieden, da ich dort Fortschritte und mehr Verständnis in ihren Gesichtern sehen kann. Dort sagen sie mir komischer Weise auch offener, wenn sie was nicht verstehen. Während unseres Camps in Nairobi wurden wir schon darauf hingewiesen, dass Schüler eher selten dem Lehrer widersprechen und ihn darauf aufmerksam machen, dass sie etwas nicht verstanden haben. Daran muss ich dringend mit ihnen arbeiten, dass sie wenigsten mir gegenüber so offen sind und einfach sagen, wenn ich etwas noch mal wiederholen soll. Im Allgemeinen kann und will ich es auch nicht ändern, wenn es hier normaler Weise so gehandhabt wird. Wir Freiwillige sind hier als „Hilfskräfte“ und nicht, um deren Grundsätze in Frage zu stellen und zu verändern. An den Bestrafungen kann ich leider auch nichts ändern, dass muss ich akzeptieren. Wenigstens fragen mich meine Arbeitskollegen nicht, ob ich die Schüler auf deren Art und Weise bestrafen kann, weil ich das auf jeden Fall verweigern würde!
Vielleicht hören sie mir aufmerksam zu, wenn ich von meiner Schulzeit erzähle und wie mein Unterricht ausgesehen hat. Zum Beispiel war ein Arbeitskollege total überrascht, dass meine Lehrer sich an der selben Essensausgabe in der Mensa wie wir Schüler anstellen müssen und auch mit in der Mensa essen. Als er mich dann gefragt hat, warum dass so an meiner Schule ist, habe ich ihm gesagt, „die Lehrer sind doch auch nur Menschen“, da war er erstmal sprachlos! Auch haben sie mich total verwirrt angeschaut, als ich mit einem Stapel Hefte in das Lehrerzimmer zurück kam. Sie fragten mich daraufhin, warum mir nicht ein Schüler die Hefte hier her trägt... Wenn den Lehrern ein Löffel beim Mittagessen fehlt, wird nach einem Schüler gerufen, der in die Küche geht und einen holt. Hallo?!? Die Küche ist keine 3m entfernt und man kann auch selber aufstehn. Das selbe passiert, wenn ein Stuhl fehlt oder der Tee leer ist. Ich muss echt aufpassen, dass ich hier nicht mega faul werde, haha. Naja, andere Länder, andere Sitten! Ich kann froh sein, später an einer deutschen Schule unterrichten zu können!
Das einzige, was mich wirklich anfängt zu nerven ist, wie sehr ich hier noch als Weiße angesehen werde. Jeden Tag nach der Schule laufen mir 20 bis 30 kleine Grundschulkinder hinterher (die mich alle durch die Kirche kennen und wissen, dass ich hier für ein Jahr unterrichten werde!) und sind die ganze Zeit am lachen. Ich werde hier von jedem, egal ob Kind oder Erwachsener, gefragt „ Wie geht’s dir?“, „Wie heißt du?“, „Woher kommst du?“... Nach 4 Wochen sollten sie langsam mal wissen, wer ich bin und mich nicht jedesmal wie ein Ailien anstarren. In der Stadt ist es noch schlimmer, man fühlt sich wie ein Promi, echt nervig! Im Supermarkt schauen an der Kasse richtig viele Leute auf meinen Einkaufskorb und darauf, mit welchem Geldschein ich bezahle. Man hat das Gefühl, ständig unter Beobachtung zu stehen und dass man auf Schritt und Tritt verfolgt wird. Der Busbahnhof ist dann die Krönung, wenn einen sehr viele Menschen zu den unterschiedlichsten Matatus ziehen und immer wieder fragen, ob ich nicht nach Nairobi fahren will.
Ich hoffe sehr, dass sich der ganze Trubel legen wird und wir etwas weniger beachtet werden, denn nach der zwanzigsten Wiederholung der selben Frage fällt es einem irgendwann schwer, noch freundlich zu bleiben...
Das letzte Wochenende war dann zum Glück das erste Wiedersehen mit den anderen Freiwilligen. Lisa und ich wollten sehr früh in Kitui losfahren, aber wie nicht anders zu erwarten war, wurde uns ein Strich durch die Rechnung gemacht! Ihr ursprünglicher Bus kam nicht, der zweite war zu voll („zu voll“ gibt es in Kenia eigentlich nicht!) und der dritte kam dann endlich um 9 Uhr. Gegen Mittag waren wir dann endlich in Nairobi und haben uns erstmal einen fetten Burger mit Pommes in einem gehobenen Restaurant gegönnt. Das erste Mal richtiges Fleisch nach 5 Wochen, haha! Danach haben wir unsere ersten Einkäufe erledigt und haben uns gegen frühen Abend mit drei Freiwilligen, die in Nairobi wohnen, getroffen. Lisa und ich konnten bei Ronny in Ngong, einen Vorort von Nairobi, übernachten. Er wohnt vom Standart her nicht besser, ich würde sogar sagen eher schlechter, als wir und das, obwohl er in der Stadt wohnt! Sein Zimmer ist eine kleine Holzhütte mit Wellblechdach, aber er hat Strom! Am nächsten Morgen sind Lisa und ich erstmal mit zu seinem Projekt gegangen. Uns hat seine Schule förmlich umgehauen... eine Bücherei, was für ein Luxus!!! Wir haben noch nicht mal genügend Bücher für eine Klasse. Danach sind wir tatsächlich zum Frisör gegangen, um uns die Haare mit warmen Wasser waschen zu lassen, haha. Mit sauberen Haaren wie eh und je, haben wir uns auf den Weg in die Stadt gemacht, um mal richtig einkaufen gehen zu können. Haha, Pustekuchen! Wir haben keinen einzigen Laden gefunden, der schöne Hosen und T-shirts für wenig Geld angeboten hat. Nach einigen Stunden haben wir einen riesigen Bazar gefunden, wo es eigentlich ganz schöne Sachen gab, aber leider völlig überteuert. Wir waren die einzigen Weißen weit und breit, daher wurden die Preise erstmal gewaltig angehoben. Am Ende haben wir beide je eine schöne Leinenhose für 2,5 Euro erstattet. Am Abend kamen dann die restlichen Freiwilligen aus Migori, Kericho, Kisii und Isiolo an. Wir haben alle bei Ronny übernachtet und Gerry hat für uns alle super leckere Spagettis gekocht.
Am Samstag waren dann einige morgens beim Arzt, um ihre letzten Impfungen zu bekommen. Das war auch der Hauptgrund, warum wir uns alle in Nairobi getroffen haben. Am Nachmittag stand dann ein Fussballturnier gegen eine Schulmannschaft an und unser team hat natürlich verloren. Abends waren wir dann bei Phil, einem Co-Worker vom ICYE. eingeladen und es wurde wieder zusammen gekocht. Diesmal gab es Bratkartoffel mit Rührei und Spinat, mega geil. Danach sind wir noch in einen Club gegangen, aber ich war so müde, dass ich schon früher nach Hause gefahren bin. Ein Co-Worker wollte mir ein Taxi rufen, da aber keins zu finden war, bin ich kurzer Hand mit der Polizei nach Hause gefahren. Die wollten mich dann sogar noch bis zur Haustür bringen, was allerdings nicht nötig war.
Am Sonntag früh sind wir wieder in die Stadt gefahren und haben uns auf die Suche nach unsere Busstation gemacht, was in Nairobi gar nicht so einfach ist. Unser Bus (Matatu) fährt von einer Tankstelle ab und wir mussten uns erstmal dorthin durchfragen.
Nach drei Stunden waren wir dann wieder in unserer Stadt und haben uns noch ein paar Chapati mit Tee gegönnt.
Es war schön, wieder „zu Hause“ zu sein und ich wurde von den Dorfbewohnern freundlich begrüßt. Abends stand dann noch Waschen auf meinem Plan. Daran, dass man alles per Hand waschen muss, gewöhnt man sich recht schnell und man entwickelt dabei so seine Techniken.
Kwa Heri!
Donnerstag, 16. September 2010
Die ersten 2 Wochen an der Kangalu Secondary School
Da bin ich wieder oder besser gesagt, immer noch! Ich sitze gerade in der Schule am Computer und schreibe meine Blogeinträge, da ich hier sehr viel freie Zeit habe.
Jetzt aber mal von ganz vorn. Am 7. September, also am Dienstag, haben sich alle Lehrer in der Schule getroffen. Das Ganze sollte um 10 Uhr anfangen, es war dann allerdings schon 12 Uhr, als wir loslegen konnten...
Insgesamt sind wir im Moment 9 Lehrer, darunter 5 Lehrerinnen. Die meisten sind noch sehr jung und gehen selbst noch zur Uni und sind damit keine ausgebildeteten Lehrer. Selbst wenn sie studieren, muss das nicht Lehramt sein!
Das Meeting hat mit einer einstündigen Zusammenfassung über den letzten Term (ein Schuljahr ist 3 Terms lang und beginnt im Januar) angefangen, wo ich mal wieder nur die Hälfte verstanden habe. Danach wurden die Fächer aufgeteilt. Ich habe Deutsch in Form 1 bis 3, Englisch Form 1 und Sport in Form 1 und 2. Die Grundschule dauert hier 8 Jahre und die Highschool 4 Jahre ( Form 1 ist die deutsche 9. Klasse). Eigentlich sollte ich noch Mathe und mehr Englischklassen übernehmen, allerdings habe ich die anderen erstmal ausgebremst. Ich habe noch nie unterrichtet und brauche erst mal Zeit, um mich an das kenianische Bildungssystem und deren Art zu Unterrichten gewöhnen zu können. Damit habe ich pro Woche 16 Stunden Unterricht, was ich sehr angenehm finde.
Am nächsten Tag ging dann die Schule entgültig los und in der Versammlung am Morgen musste ich mich vor der ganzen Schule vorstellen. Die Lehrer stehen auf einer Anhöhe den Schülern gegenüber. Die Schüler stellen sich nach ihren Klassen in 4 Reihen auf. Die Versammlung ist eher langweilig, da immer zu das gleiche erzählt wird. Seid pünktlich, arbeitet hart, rasiert eure Haare, tragt eure Schuluniform richtig, seid organisiert, etc. Wenn die Haare zu lang sind, müssen sie erst mal zum Frisör gehen. Die „language policy“ wird hier sehr streng verfolgt, denn Kikamba ist ausdrücklich zu jeder Zeit untersagt! Wenn, dann sollen sie in Kiswahili reden. Wer gegen diese Regel verstößt, wird bestraft und muss sich vor das Lehrerzimmer auf den Boden knien und dort ca. 1 Stunde verweilen. Auch wird jeder bestraft, der zu spät kommt. Was auch oft angesprochen wird, sind die Schulgebühren. Die Highschool verlangt welche, die Grundschulen sind frei davon. Insgesamt müssen die Schüler 15 Euro pro Jahr zahlen, was aber ne Menge ist und damit ein großes Problem für die meisten Schüler darstellt... Die ersten Tage wurde das immer angesprochen und wer seine Schulden nicht begleichen konnte, wurde kurzer Hand nach Hause geschickt, um Geld zu holen. Da sie auch zu Hause kein Geld hatten, sind viele den ganzen Tag nicht wieder gekommen und mussten den Unterricht sausen lassen. Diese Versammlung findet jeden Montag und Freitag statt, wo einige Lieder aus der Bibel gesungen werden, Passagen daraus vorgelesen werde und die kenianische Flagge während der Nationalhymmne gehisst wird.
Die Schule beginnt offiziell um 8 Uhr und endet jeden Tag um 17 Uhr. Die Schüler haben daher einen mega Stundenplan von jeweils 10 Schulstunden pro Tag mit 2 kurzen und einer langen Mittagspause. Allerdings müssen die Schüler bereits vor 7 Uhr da sein, um extra Unterricht zu bekommen. Am Samstag gibt es auch noch extra Unterricht für alle von 8 Uhr bis 12 Uhr! Unterrichtet werden die Fächer Englisch, Kiswahili, Bio, Chemie, Physik, Mathe, Business Studies, Religion, Landwirtschaft, Sport, Geschichte, Lifeskills (vergleichbar mit Sozialkunde) und Deutsch.
Da es am Mittwoch noch nicht wirklich nen Stundenplan gab, wurde sich grob am alten orientiert, aber er war für die Lehrer nicht unbedingt verpflichtend... Da ich selber noch keinen Plan hatte, habe ich mir erst mal die Notizen aus den Deutschklassen geholt und bin sie durchgegangen. Danach habe ich dann anhand des Deutschbuches (es gibt genau 1 Buch in der ganzen Schule für die Form 1 und jeweils 2 für Form 2 und 3!) einige Lektionen für meine ersten Stunden vorbereitet. Da ich die einzige Deutschlehrerin bin und abgesehen von mir keiner Deutsch spricht, kann ich mich in diesem Fach austoben und unterrichten, was ich für richtig halte!
In Englisch sieht das natürlich anders aus und daher bat ich erstmal Agnes dieses Fach zu übernehmen. Die ersten 2 Wochen kann ich zuschauen und danach werde ich selber unterrichten.
Ich muss ehrlich sagen, dass ich in Deutschland einen sehr guten Unterricht genießen durfte! Hier an meiner Schule wird größtenteils durch Frontalunterricht der Stoff vermittelt und die Schüler machen sehr wenig selber. Sie erscheinen mir sehr sehr schüchtern und trauen sich fast nicht, etwas laut vor der Klasse vorzulesen. Auch lachen sich die meisten gegenseitig aus, wenn sie etwas vor der Klasse laut sagen sollen. Keine Ahnung, ob sie sich gegenseitig aufziehen oder ob das „nett“ gemeint ist, was ich mir aber eher weniger vorstellen kann...
Meine ersten Deutschstunden waren sehr ernüchternd, da sich nur wenige auch nur halbwegs an die Sachen erinnern können, was meine zwei Vorgänger unterrichtet haben. Damit kann ich in allen drei Klassen noch mal bei Null anfangen. Was sich momentan noch als sehr schwierig gestaltet ist, dass ich die Kids nicht zum Reden bekomme und sie sich förmlich weigern etwas auf Deutsch zu sagen, selbst wenn ich es an die Tafel geschrieben habe und sie es einfach nur ablesen müssten... Mein Ziel für das Ende des Terms wird sein, sie dazu zu bewegen, einen Dialog vor der Klasse in Gruppen vorzutragen.
Der Sportunterricht ist auch ganz anders gestaltet. Ich nehme mir einfach einen Ball, gehe mit den Kids zum Sportplatz der Grundschule und lasse sie einfach spielen, worauf sie gerade Lust haben. Problem dabei ist, dass es eigentlich nur3 funktionstüchtige Bälle gibt...
Die meisten Schulen sind eher schlecht ausgestattet und ich kann froh sein, dass die Schüler überhaupt Hefte haben und ich eine Tafel mit Kreide. Auch hat an meiner Schule jeder einen Tisch und einen Stuhl, was auch nicht selbstverständlich ist. Außerdem genieße ich hier den Luxus von Strom und 2 Computern. Der Strom ermöglicht mir, meine ganzen elektronischen Geräte aufzuladen, meine Blogeinträge vorzuschreiben und meine Bilder auszusortieren.
Zudem ist die Köchin an der Schule einfach nur spitze! Die Schüler bekommen nicht unbedingt das selbe wie die Lehrer, aber zu wenig gibt es für keinen. Die erste Teepause ist um 11 Uhr für 20 Minuten, wo wir auch Toats serviert bekommen (es gibt eigentlich kein anderes Brot hier). Die Mittagspause ist um 13 Uhr für 1 Stunde, wo es Reis, Ugali (Maismehl in Wasser aufgekocht, etwa wie Grießbrei, nur schmeckt nach nicht viel), Chapati (wie Pfannkuchen, nur aus Wasser und Mehl, aber genial) oderKartoffeln mit Bohnen, Erbsen, Mais und manchmal auch Fleisch gibt. In Kitui gibt es meistens Bohnen, Erbsen und Mais, ganz unterschiedlich kombiniert und das eigentlich jeden Tag.
Mal sehen, wie die nächsten Wochen in der Schule laufen werden... Ich muss mich daran gewöhnen, dass alles für mich total unorganisiert erscheint und sehr langsam voranschreitet.^^ In diesem Punkt denke ich oft noch zu „Deutsch“, auch wenn es für mich nicht verständlich ist, warum man sich nicht an Termine halten kann... Dieses Geheimnis habe ich noch nicht gelüftet und es wird auch noch ne Weile dauern, bis ich dahinter komme!
Das waren die ersten Eindrücke meines neuen Arbeitsplatzes für die nächsten 11 Monate.
Seid umarmt.
Jana
Mein neues Zuhause & die erste Woche in Kangalu
Es war Freitag, das Camp war zu Ende und wir haben uns auf den Weg zu unseren Gastfamilien gemacht. Meine Schuldirektorin Agnes hatte Lisa und mir am Abend zuvor sehr deutlich gemacht, dass wir doch bitte um Punkt sieben am Tor stehen sollen. Dass hieß dann für uns sehr sehr früh aufstehn und natürlich musste genau dann mein Wecker versagen und ich hab total verpennt! So was passiert mir eigentlich nie und der Zeitpunkt war mehr als unpassend.^^ Wie wir meisten Deutschen nun mal sind, waren wir pünktlich am Tor, aber wie es die Kenianer eben meistens sind, kamen sie eine halbe Stunde zu spät, haha. Dann der erste Schock, ein Auto mit 5 Sitzen und wir waren zu sechst mit ner MENGE Gepäck! Der Kofferraum ging durch ein Wunder tatsächlich zu und wir haben uns zu viert auf die Rückbank gequetscht. Aber so vernünftig waren sie dann noch, dass Agnes am Busbahnhof ausstieg und ein Matatu nach Kitui Town genommen hat. Also waren es nur noch Joshua, Lisas Schuldirektor und Ehemann von Agnes (!!! Erklärungen folgen später), unsere beiden Gastmütter, Lisa und Ich. Nach drei sehr turbelenten Stunden kamen wir dann endlich in Kitui Town an. Der kenianische Fahrstil ist echt gewöhnungsbedürftig!
Dort wurden Lisa und ich dann getrennt, sie fuhr mit Joshua zu ihrem neuen Zuhause nach Mutukia und ich mit Agnes und meiner Gastmutter nach Kangalu. Zu mir sind es zum Glück nur ca. 20 min, aber Lisa musste eine Stunde mit dem Auto fahren!
Zu „Hause“ angekommen habe ich dann erst mal meine Gastfamilie kennengelernt. Ich lebe dort dauerhaft mit meiner Gastmutter Juliane, meiner Gastoma und meinem Gastneffen Sam, der gerade mal 3 Jahre alt ist, zusammen. Zu dem Zeitpunkt waren auch noch meine große Gastschwester Rachel da, die Mutter von Sam, die aber in Mombasa wohnt und meine kleine Gastschwester Mercy, die 17 Jahre alt ist und in ein Internat geht. Außerdem lebt bei uns Richard, der house boy, der für die Farm zuständig ist und auch kocht. Das Haus ist für die Verhältnisse auf dem Land eher gehoben, aber natürlich mit unseren nicht zu vergleichen. Die erste Woche musste ich mir ein winziges Zimmer mit meinen Gastschwestern teilen und es war noch nicht mal Platz, um meine Koffer auszupacken. Richard wohnt nicht mit im Haupthaus, er hat eine kleine Hütte auf dem Grundstück, wo auch das Wasser gelagert wird. Das Wasser wird hier vom Fluss mit dem Esel geholt, der ca. 20 Minuten Fußmarsch entfernt ist. Da es momentan noch sehr trocken ist, ist Wasser hier Mangelware. Die Küche ist auch in einer extra Hütte. Dort wird mit Holzkohle gekocht, das heißt über offenen Feuer. Auf der Farm sind ein paar Kühe, Ziegen, Hühner, Esel, Hunde und Katzen. In dem Haus gibt es ein relativ großes Wohnzimmer, 3 Schlafzimmer und ein „Bad“. Das „Bad“ ist ca. 1 m2 groß und es befindet sich ein Klo darin, wo aber die Spülung nicht funktioniert. Dort drin wäscht man sich auch, was sich als nicht so einfach herausstellte, da man noch nicht mal wirklich Platz hat, sich da drin umzudrehen. Für „kleine Geschäfte“ benutzt man das Klo drinnen, wo nur ein mal am Tag gespült wird (es gibt ja kein fließend Wasser) und für „große Geschäfte“ nimmt man das Plumpsklo in einer weiteren kleinen Hütte draußen. Zum Waschen nimmt man sich eine kleine Schüssel mit kaltem Wasser und ähm ja, versucht zu duschen. Als ich dann gefragt habe, wie ich denn meine Haare waschen könnte, waren alle etwas überfordert... Es gibt drei Arten hier in Kenia, wie man die Haare tragen kann. Die einfachste und auch sehr verbreitete Art für Frauen ist, sich einfach die Haare abzurasieren. Dies ist auch sehr häufig in Schulen vorgeschrieben, aufgrund der Hygiene. Dann gibt es noch die typischen geflochtenen Haare und die glatten Haare. Die glatten Haare sind aber immer Perücken und damit künstlich! Was der Haken an der Sache ist, die Haare werden beim Frisör gewaschen und damit eigentlich nicht sehr häufig, da es sehr teuer ist. Damit war die Antwort auf meine Frage „geh doch zum Frisör!“... ok, nicht so ganz, was ich erwartet hatte! Jetzt heißt das wohl ein Jahr lang im Garten über einer Schüssel Haare waschen und jeder starrt einen dabei komisch an.^^ Nach dem langen Tag wollte ich nur noch pennen und bin schlafen gegangen. Auch so ne Sache bei uns, die Wände reichen nicht bis unters Dach, damit hört man ALLES im Haus. Generell wird bei uns sehr viel Musik gehört und das auch gerne lange und laut, sodass man eigentlich vor elf nie seine Ruhe im Haus hat. Morgens läuft dann ab sechs die Musik eh wieder und Sam schreit dann das ganze Haus zusammen... er ist zwar echt süß, kann aber extrem nervig sein!
Was auch ein großes Problem für mich am Anfang sein wird ist, dass meine Gastoma und Sam nur Kikamba, die Stammessprache, sprechen können. In Nairobi haben wir ja 2 Wochen lang Kiswahili gelernt, aber eigentlich sprechen hier alle auf Kikamba. Kiswahili versteht zwar jeder, es wird aber zwangsläufig nicht gesprochen. Damit muss ich noch eine Sprache lernen.
Das Essen war hier auch so ein Thema die ersten Tage, da ich eben deutsche Portionen esse und nicht kenianische, was ungefähr das dreifache bedeutet! Dass unser Schönheitsideal etwas anders aussieht, konnten sie nicht wirklich verstehen. Hier schlank zu sein, bedeutet, dass du dir nicht genug zu essen kaufen kannst und damit arm bist. Auch wird hier Armut so definiert, dass du als arm gilst, wenn du deiner Familie keine Malzeit servieren kannst.
Was auch neu ist, ist dass es hier jeden Tag (365 Tage im Jahr) um 19 Uhr dunkel wird und man damit nichts mehr draußen machen kann. Da wir keinen Strom haben, kommen Gaslampen und Taschenlampen zum Einsatz. Meine Kopfleuchte war die beste Investition aller Zeiten! Hier in Kangalu leben ca. 300 Menschen, die alle iwie über iwelche Ecken miteinander verwandt sind und sich damit alle kennen.
Am Samstag habe ich dann zum Glück wieder Lisa getroffen und wir waren das erste mal im Internetcafé in der Stadt. Joshua und Rachel haben uns begleitet und wir haben gleich ein paar kenianische Eigenheiten kennengelernt... Die zwei wollten uns auf einen Drink einladen und daraus wurde eine Sauftour für die zwei. Um fünf waren wir im ersten Pup und um 2 Uhr waren wir zu Hause, ein Drink also... Das Problem an der Sache war, dass wir überhaupt nicht gefragt wurden und auch nicht darüber informiert wurden, dass Lisa bei mir übernachten wird. Damit hatte Lisa noch nicht mal ne Zahnbürste dabei und wir haben uns in mein 90 cm Bett gequetscht.^^ Uns wurde ja schon im Camp erzählt, dass besonders auf dem Land viel getrunken wird, dass das ganze aber auf mindestens 10 Bier hinaufläuft, obwohl man Auto fahren muss, war uns nicht bewusst! Damit waren alle außer Lisa und mir stockbesoffen und haben uns Dinge erzählt, die ein zukünftiger Boss nicht unbedingt preisgeben sollte. Lisas stellvertretende Schuldirektorin Rose kam dann noch dazu und Joshua meinte nur, als sie kurz verschwunden war, dass sie soeben ihren Ehemann betrügt und das häufiger macht! Eigentlich wollten sie mit uns noch Fisch essen gehen, da es aber in diesem Pup keinen gab, sind wir in den nächsten gegangen. Obwohl es dort auch keinen gab, sind wir wieder auf ein paar Bier geblieben. Im dritten Pup hatten sie es dann aufgegeben und einfach was anderes bestellt. Das Huhn musste buchstäblich noch geschlachtet werden... gut, dass ich mich als Vegetarierin ausgegeben hatte!
Da Autofahren nun doch nicht mehr so einfach war, wurde Lisa gefragt, ob sie denn nicht fahren könnte...
Dann der erste Sonntag in Kangalu und es stand Kirche auf dem Programm, oh mein Gott! Lisa war zum Glück dabei und die 5 Stunden Gottesdienst auf Kikamba waren geteiltes Leid. Am Ende sollte wir uns noch vor der ganzen Gemeinde vorstellen und Lisa hat einen Kürbis bekommen, ich einen Kohl, haha. Danach sind wir dann zu Lisa gefahren und ich habe ihre Gastfamilie kennengelernt.
Da es einfach zu weit weg ist, habe ich bei ihr übernachtet und wir haben am nächsten Morgen ein Matatu (Bus) in die Stadt genommen, was sage und schreibe 2 Stunden gedauert hat! Damit brauchen Lisa und ich 3 Stunden um uns sehen zu können, na toll!
Die erste Woche gab es in meiner Gastfamilie einige Startschwierigkeiten. Zum einen war die Sprache ein Hinderniss, denn der Akzent ist schon ziemlich krass, sodass ich manchmal die einfachsten Sachen nicht verstehen konnte und wir aneinander vorbeigeredet haben. Dann dass ich einfach keine Rückzugsmöglichkeiten hatte und aus meinen Koffern leben musste. Ich wollte mich das ganze Jahr über nicht wie ein Gast fühlen. Außerdem war ich es nicht gewohnt, dass ich mir nicht mein eigenes Wasser zum Duschen holen konnte und jedes mal Richard fragen musste. Damit war ich immer abhängig von allen und musste mir immer alles bringen lassen. Auch ist es hier auf dem Land nicht üblich, dass man regelmäßig in die Stadt geht, weil das einfach zu teuer ist. Damit traf ich dabei immer auf Unverständnis und meine Gastmutter hatte Angst, dass ich in der Stadt verloren gehen würde... Ich habe dann Judy, meine Kontaktperson vom ICYE angerufen und sie hat dann mit meiner Schuldirektorin telefoniert. Damit hatte sich dann zum Glück einiges verbessert, da sie dann mit Juliane gesprochen hat, auch auf Kikamba, damit sie auch alles versteht. Jetzt habe ich endlich mein eigenes Zimmer und etwas mehr Freiheit hier. Zur Kirche muss ich auch nicht gehen, yihaaa!
Den zweiten Freitag sollten Lisa und ich den selben Fehler mit dem Weggehen erneut machen und waren mit Joshua und Rachel mal wieder unterwegs... natürlich endete das ganze in einem Besäufnis! Der erste Club verlangte Eintritt und wir sollten für die andern beiden mitbezahlen. Dann sollten wir die erste Runde der Getränke übernehmen... gefragt wurden wir natürlich nicht! Eine goldene Regel in Kenia: alles wird geteilt und das man von anderen erwarten kann, dass sie für einen mitbezahlen, ist auch bekannt. Damit das nicht den ganzen Abend so weiterging, haben wir einfach gesagt, dass wir kein Geld mehr hätten. In dem Club hat eine Band aus Nairobi gespielt, die ziemlich cool war. Auf der Tanzfläche waren zu 95 % nur Männer und der Tanzstil ist doch sehr anders. Damit haben wir nicht getanzt, da wir die reinste Beute gewesen wären.^^ Auf einmal wollte Joshua woanders hin und wir sind in ne andere Bar gefahren. Dort sollten wir uns dann zu seinen Freunden setzen, die alle auch ziemlich betrunken waren und so um die 40 Jahre alt waren, also nicht ganz unsre Altersklasse... Diese Typen wurden nach ner Zeit ziemlich aufdringlich und sind uns auf die Pelle gerückt. Dann wollten die noch unsere Handynummern haben und uns auf sämtliche alkoholische Getränke einladen. Das wir keinen Alkohol wollten, war für die auch nicht wirklich verständlich. Wir haben dann darauf bestanden zu gehen und zwar nach Hause, der Abend war schon beschissen genug! Aber natürlich sind wir einfach zurück in den anderen Club zurück gefahren und die zwei haben weiter getrunken... Dann fing es auch noch an zu regnen und uns war eh schon sau kalt. Lisa und ich haben uns dann rein gesetzt und gewartet, bis die zwei ihr Bier fertig getrunken haben, eine Stunde später hat sich noch nichts getan. Dann meinte Rachel uns schon mal zum Auto zu bringen, da es dort wärmer wäre und hat uns im Auto eingeschlossen (musste hier sein, wegen der Kriminalität). Nach einer weiteren Stunde kamen sie immer noch nicht und wir mussten Telefonterror schieben. Dann kam iwann Joshua und wir konnten losfahren. Wir haben ihn gesagt, dass er sich daneben benommen hat und uns nicht so behandeln kann, wenn er verantwortlich für uns ist. Seine Antwort darauf war „ich bin doch aber betrunken...!“, hallo? Er wollte erst mal nicht fahren und das Problem aus der Welt schaffen, allerdings konnte er nicht mehr wirklich sprechen und die Diskussion war damit sinnlos. Er hat dann dauernd angehalten und wollte nicht weiterfahren. Als ich dann gedroht hatte Judy anzurufen, ist er völlig ausgerastet. Er meinte nur, wir sollten uns ein Taxi nehmen, wenn wir das tun würden! Nach einer Stunde waren wir dann endlich zu Hause und wir wollten einfach nur noch schlafen. Er ist die ganze Nacht noch da geblieben und hat meine Gastmutter zugetextet. Am Morgen hatte ich schon ein wenig Angst, wie sie reagieren würde, immerhin sind sie und Joshua verwandt und Familie geht hier über alles! Er hatte natürlich nur Lügen erzählt und Rachel die Schuld in die Schuhe geschoben. Zum Glück hat sie mir geglaubt und meinte, er wäre hier nicht mehr willkommen.
Allerdings haben Lisa und ich dann doch noch Judy angerufen und sie ist dann noch am gleichen Tag zu uns nach Kitui gefahren. Ich habe mich dann am Abend mit ihr in der Stadt getroffen und mit ihr in einem Hotel übernachtet. Ich habe mit ihr über alles geredet und sie meinte leider nur, dass das mit dem Trinken auf dem Land nun mal so ist, vorallem bei Männern und dass man dagegen nicht wirklich was tun kann... das heißt dann wohl nur von ihm vernhalten und nicht mehr mit ihm weggehen.
Generell ist es sehr einsam hier in Kangalu, denn ich kenne eigentlich keine Leute in meinem Alter, außer meine Schüler. Die wohnen aber fast alle nicht in Kangalu und als Schüler (egal wie alt man ist) darf man abends nicht weggehen. Dann sprechen auch nur wenige so viel Englisch, dass man sich ernsthaft mit ihnen unterhalten könnte. In die Stadt kann ich nur am Wochenende, daher ist es auch sehr schwer für mich, E-mails zu schreiben und zu beantworten. Ich habe maximal 2 Stunden im Cybershop, daher wundert euch nicht, wenn eine Antwort auf eure Mail mehrere Wochen dauert! Ich habe auch eine neue Handynummer, die ihr anrufen könnt (unter der Woche nach eurer Zeit ab 17 Uhr und am Wochenende jeder Zeit). Mit einer Billigvorwahl kostet es vom Festnetz ca. 7 cent, ich zahle allerdings fast 30 cent pro Minute... Ich werde sie demnächst mal per Mail rumschicken.
Am Dienstag war dann die erste Besprechung in der Schule und die Schule hat am Mittwoch begonnen. Darüber werde ich das nächste Mal schreiben.
Das war jetzt ziemlich viel, aber auslassen konnte und wollte ich nichts! Meine Adresse werde ich jetzt auch hier veröffentlichen und ich würde mich über Postkarten und Briefe sehr freuen.
Bis bald!
Jana
Montag, 30. August 2010
Orientation Camp @ Nairobi
So, jetzt endlich mal ein paar Infos zum Camp in Nairobi. Aileen und ich sind um halb vier in der State House School angekommen und haben erst mal in dem Dorm des Internats ein Zimmer zusammen bezogen. Am naechsten Morgen war schon um acht das Fruehstueck und wir haben endlich alle Volunteers wieder getroffen. Diesmal auch die anderen Freiwilligen, die nicht von Deutschland kommen. Insgesamt sind wir 14 Deutsche, 2 Amis und 1 Daenin. Um neun bis ein Uhr war dann unsere erste Kiswahili Lesson, wow... wir hatten das Gefuehl ne Menge verpasst zu haben, obwohl die anderen nur einen Tag mehr hatten. Am Nachmittag sind wir dann das erste Mal Down Town gegangen und haben uns alle Sim-Karten (1 Euro!!!) gekauft und waren noch mal im Supermarkt einkaufen.Unser Programm fuer die naechsten 2 Wochen war gut durchgeplant, jeden Tag ausser am Wochenende Kiswahili Lessons und den Rest des Tages entweder Sessions ueber Kulturschock, Reisen, Sicherheit, Beziehungen, Stereotypes, etc... oder haben einen Ausflug gemacht. Aber am Abend kam dann die erste kleine Herausforderung, wie kann ich mich waschen? Wir hatten alle einen Eimer, den wir uns mit Wasser auffuellen mussten. Danach gings ab in die Duschkabine und man hat sich gewaschen. Haare waschen ist etwas komplizierter fuer die Maedels, denn das musste auch mit dem Eimer gehen. Das Essen war sehr sehr lecker, aber es gibt jeden Mittag Reis oder Ugali ( isst man mit den Fingern)mit Gemuese. Wenn wir Glueck hatten gab es Mandaazi, ein super leckeres Gebaeck oder Chapati, eine Art Pfannkuchen. Generell wird hier sehr viel Tee getrunken, schwarzer mit viel Milch und Zucker. Ausserdem werden hier 2 Tea-Breaks eingelegt, wo es auch immer was zu essen gibt, also Vorsicht geboten! :)
Unser erster Ausflug ging zu den Ngong Hills (heisst uebersetzt Knoechel in der Sprache der Massai). Es gibt 5 Huegel nebeneinader mit kleinen Taelern dazwischen, die die Knoechel der Finger darstellen. Die Hinfahrt war sehr spektakulaer. Wir hatten unser eigenes Matatu (die Busse hier) und wurden dort hingefahren. Man kann sich den Bus als ein Reagge-Bus vorstellen, voller Sticker mit allen moeglichen Weltstars. Dann gab es noch einen Flachbildfernseher da drin, wo typische kenianische Musik mit dem passenden Video abgespielt wurde. Die Fahrt dauerte ueber eine Stunde und danach waren wir ordentlich durchgeschuettelt, denn die Strassen sind nicht die besten hier. Auch ist der Fahrstil sehr gewoehnungsbeduerftig, denn Linksverkehr heisst nicht gleich, dass hier auf der linken Seite gefahren wird! Auch sind Ampel eigentlich nur als Deko in der Stadt gedacht, denn die meisten fahren bei Rot und halten bei Gruen. ;)
Den naechsten Ausflug haben wir ins Giraffe Center gemacht, was am Stadtrand von Nairobi liegt. Auch diesmal haben wir ein Matatu genommen. Eine goldene Regel hier: "ein Matatu ist niemals voll, einer mehr geht immer!" Man kann sich das ganze als ein riesen, wirklich mega grosses "Gehege" vorstellen, wo die Giraffen leben. Sie kommen und gehen zu dem Platz wo wir sind wann sie wollen. Wir konnten sie dann von einer Platform aus fuettern und manche haben sich auch von denen kuessen lassen, baehhh! Am Samstag sind wir alle Clubbing gegangen, ein Highlight in Nairobi. Wir hatten unseren eigenen Partybus, der uns von Club zu Club bringen sollte. Man zahlt hier generell keinen Eintritt und die Getraenke sind auch relativ billig ( Cola ist 1 Euro). Getanzt wird hier gaaaaanz anders, viel enger und intimer, sehr gewoehnungsbeduerftig.... um ca. halb drei waren wir dann zurueck. Am Donnerstag kamen dann unsere Gastfamilien. Ich hatte 2 Tage zuvor eine andere Gastfamilie zugeteilt bekommen, weil ich in der anderen angeblich zu einsam gewesen waere... ich waere im Moment viel lieber in meiner urspruenglich Familie...(dazu komme ich das naechste Mal). Wir haben dann alle zusammen fuer unsere Gastfamilien etwas aus unserem Land gekocht. Das erste Treffen war sehr komisch, iwie war ich erstmal froh, als meine Gastmutter wieder weg war. Am Abend war auch alles erst mal ziemlich steif und die Kenianer haben nur sehr wenig von unserem Essen probiert, obwohl es sehr lecker war. Es gab Frikadellen, Kaiserschmarrn, Geschnetzeltes, etc. Das war iwie schon sehr schade... Am naechten Morgen gings dann mit Lisa Richtung Kitui, aber das kommt das naechste Mal, auch wenn das nicht mehr so positiv sein wird....
Ich drueck euch ganz doll! :)
Jana
Mittwoch, 25. August 2010
Endlich angekommen Teil 2
So, da bin ich wieder! :)
Wo war ich stehn geblieben? Ahhh, bei dem 700 Euro Problem! Als wir den Schock etwas verabeitet hatten, mussten wir uns ueberlegen, wie wir diese bloede Krankenhausrechnung bezahlen wuerden. Der Manager gesellte sich nach einiger Zeit in unser Zimmer und versuchte uns zu verklickern, dass wir erst dann gehen koennen, wenn das Geld auf deren Konto zu sehen ist. Wire hatten keine Ahnung von Krankenhausrechnungen und waren in diesem Moment etwas verzweifelt und ruften kurzer Hand die deutsche Botschaft in Istanbul an. Tja, wer denkt die waeren freundlich und hilfsbereit irrt sich gewaltig! Wir muessten fuer die Kosten iwie aufkommen, das ist nicht deren Problem, sagten die! Grossartig!!! Nach einigen Diskussionen darueber, dass wir deren Telefon doch mal benutzen duerfen, um iwas in Gang zu setzten, haben die endlich verstanden, dass wir absolut pleite sind. Da es zu diesem Zeitpunkt schon wieder zu spaet war das Krankenhaus zu verlassen, sind wir einfach noch eine Nacht dort geblieben. Das Beste an der Geschichte ist, dass uns der Manager gesagt hat, dass er mit unserer Versicherung gesprochen hat und alles geklaert sei, wenn wir zahlen wuerden ( war alles gelogen, er hat nie mit ihnen telefoniert!). Am naechsten Morgen haben wir dann noch mal die Versicherung in Deutschland angerufen und es wurde ein Fax losgeschickt. Bis das endlich ankam, oje.... Es war also Montag und wir durften endlich das Krankenhaus verlassen, yippieh! :)
Taxi zum Flughafen war kein Problem, jetzt mussten wir unser Gepaeck finden... ;) Nach langem Rumirren durch den Flughafen haben wir endlich die Luggage Station gefunden. Naechstes Problem, Gepaeck ist bereits in Nairobi! Also wieder keine frischen Klamotten... Dann gings zum Ticketschalter. Laut Auskunft aus dem Krankenhaus koennen wir einfach einen anderen Flieger nehmen, da dies ein Sonderfall sei, FALSCH! 50 Euro pro Person!!! Wir hatten genau 100 Euro in Cash und unsere Visakarten gingen beide nicht. Also endgueltig pleite!Aber wir sind in den Flieger nach Nairobi gekommen und nach 6 Stunden auch gelandet, was fuer eine Freude! Ok, Passkontrolle... auch sehr kompliziert, aber nach 20 Minuten war auch das Problem geloest. Wo ist unser Gepaeck?!?! Ihr koennt euch eine Lagerhalle mit 3 Fliessbaendern vorstellen, wo einige Gepaeckstuecke lose rumstehen... Ab zum Schalter von Turkish Airlines und unsre Koffer abholen, haha, wer denkt, da gab es kein Problem irrt sich erneut! :D Die Frau wollte uns nicht glauben, dass dies unsre Koffer seien, da die Nummern auf den Schildern nicht ganz uebereinstimmten. Also mussten wir ihr beweisen dass dies unsre sind. Nach 90 Minuten hatten wir unsere 4 Taschen und konnten unseren Fahrer suchen gehen. Der war dann auch WIRKLICH DA, man kann es kaum glauben. ;)
Ueber das Camp werde ich das Naechste mal schreiben, das wird zu viel. Am Freitag gehts in unsre Gastfamilien und am Montag werde ich Deutsch und Englisch unterrichten.
Nitakuona hivi karibuni ( bis bald)!!!
Miss u heaps, love <3
Jana
Mittwoch, 18. August 2010
Endlich angekommen!
Mein erster Eintrag aus Kenia, wow , ich bin endlich angekommen! Was fuer eine Reise.... Mal ganz von Anfang. :D
Wir sind in Frankfurt zu siebt etwas verspaetet nach Istanbul aufgebrochen und noch ca. 3 Stunden auch endlich angekommen. Und auch schon dort beginnt mein erstes kleines Abenteuer. Eine Mitstreiterin hatte dummerweise Nuesse zu sich genommen, gegen die sie allergisch ist. Da halfen auch keine Tabletten und sonstige Medikamente mehr. Kurz bevor wir in den Flieger steigen wollten ist sie noch mal zusammengebrochen und wir mussten einen Arzt kommen lassen. Wie es das Schicksal so wollte, durfte sie nicht mehr fliegen und musste erst mal ins Krankenhaus. Nach einer sehr aufregenden Fahrt ueber den Highway von Istanbul kamen wir erst einmal in die Notaufnahme. Zum Glueck konnte der Rettungssanitaeter fliessend Deutsch sprechen und uns alles uebersetzen. Wie das im Ausland so ist, muss man gleich den Krankentransport in Cash bezahlen - das erste Problem war 280 Euro gross! Ok, wir hatten eine Visa-Karte, also eigentlich kein Problem.... zu dumm, dass das Geld auf einem Zwischenkonto lag und unsre Karten beide kein Geld aufweisten! Nach etlichen Telefonaten mit der deutschen Versicherung (die unter keinen Umstaenden auch nur einen Cent vorstreckt!), konnten wir zum Glueck jeweils 100 Euro von unseren Karten abbuchen lassen. Dann waren da nur noch 80 Euro, die wir nicht zahlen mussten, damit wir noch etwas Bargeld hatten. Irgendwann kam auch der Moment, indem uns der deutsch Arzt verlassen musste und da waren wir alleine im Krankenhaus ohne irgendjemanden, der richtig Englisch sprechen konnte. Nach weiteren 3 Stunden bekamen wir unsere Paesse wieder, die uns am Flughafen abgenommen wurden und durften in ein Krankenzimmer umziehen. Ein Krankenbett und ein Sofa, perfekt, ich hatte auch einen Schlafplatz! :) Der Mann vom Flughafen, der die ganze Zeit dabei sein musste, ging dann auch irgendwann am Abend und meinte, er wuerde uns am naechsten Tag nach den abgelaufenen 24 Stunden wieder abholen und zum Flughafen bringen, wo auch unser Gepaeck sein werde.
Die Nacht war kurz, denn alle 2 Stunden kam eine Krankenschwester rein und nahm entweder Blut ab oder machte sonstige Untersuchungen (nachts um 4, hallo!?). Am naechsten morgen wurde uns klar, dass wir den Flug genau 24 Stunden nach unserem urspruenglichen verpassen wuerden, da wir genau 24 Stunden im Krankenhaus bleiben mussten... Unser naechstes Problem kuendigte sich an, als wir die Krankenhausrechnung von 700 Euro bezahlen sollten!
Ok, erst mal nur bis hier. Ich bin gerade mit allen Freiwilligen in einem Internet-Cafe und wir muessen wieder gehen.
Bis bald!
Seid umarmt. <3
Mittwoch, 11. August 2010
Countdown :)
Heute ist schon Mittwoch, am Samstag geht's los.... WOW! Die Zeit lief mir buchstäblich davon. Die letzten 4 Wochen waren Stress pur, die Ferienspiele lassen einen den Abflug leicht verdängen. Aber jetzt sehe ich nur meine riesige To-Do-Liste, oje oje, das wird viel Arbeit... Die nächsten Tage sind super verplant mit Freunden und Arztterminen und iwann muss ich auch noch mal Zeit finden, um meine Packliste durchzugehen, nicht das ich was vergesse. Mein Projekt in einer Secondary School habe ich vor 2 Wochen bekommen. Ich werde dann für das nächste Jahr in einem 13.000 Einwohner Dorf unterrichten, was genau? Keine Ahnung! Big Surprise, don't worry! :D
Bis dahin, alles Liebe <3
Donnerstag, 10. Juni 2010
Ticket ist da!
Mein heiß ersehntes Ticket ist heute nun endlich per Mail gekommen! :D
Am 14.8.2010 gehts um 11:45 von FFM Richtung Istanbul, danach weiter nach Nairobi.
Da wir mit Turkish Airlines fliegen darf ich sogar mal 40 Kg mitnehmen, ein Traum. :)
Dienstag, 25. Mai 2010
NeWs
Heute gabs endlich den offiziellen Brief vom BMZ und Kenia wurde (zumindest für meine Organisation) wieder freigegeben!!! :D Es kann also losgehen, nur noch 81 Tage! :)
Montag, 24. Mai 2010
Termin steht! :)
Endlich habe ich meinen lang ersehnten Abflugtermin bekommen: 14./15. August 2010! Natürlich war Kenia eines der letzten Länder, die ihre Termine bekannt gegeben haben, die Gemütlichkeit ist dort anscheinend vorherrschend.^^
Leider gibt es momentan einige Probleme mit meinem Gastland, denn es wurde kurzerhand für alle deutschen Freiwillige auf unbekannte Dauer gesperrt! Als Freiwilliger bekommt man am Anfang nur ein normales Touristenvisum, was einem natürlich verbietet zu arbeiten und nur 6 Wochen gültig ist. Danach müssen die Partnerorganisationen uns unterstützen das richtige Visum zu bekommen, allerdings gab es damit im letzten Jahr einige Probleme seitens kleinerer Orgas und deshalb sind dort einige immer noch mit einem ständig erneuertem Touri-Visum. Das BMZ untersagt deshalb erstmal die Ausreise für uns Freiwillige, bis darüber abgestimmt wird, was bis heute noch nicht passiert ist (ich bekam die Nachricht vor fast 3(!) Wochen)...
Trotz alle dem bleibe ich optimistisch, denn ICJA kann nachweisen, die ganzen Bestimmungen rechtmäßig zu erfüllen.
Mein Abreisetag rückt nun schon immer näher ( nur noch 82 Tage!!!) und meine Vorfreude wächst mit jedem Tag. :D
Mein Abi hab ich auch bald hinter mir, nur noch 2 mündlich Prüfungen und dann ist auch diese Hürde geschafft. :)
Sobald es etwas neues gibt, werde ich es hier veröffentlichen.
Bis dahin sonnige Grüße aus Hanau!
Dienstag, 16. Februar 2010
Der Weg ist das Ziel
In 6 Monaten ist es endlich soweit... ca. 6300km südlich von Frankfurt, werde ich in Kenia mein FSJ antreten.
Aber bevor ich wieder einmal um die halbe Welt reisen werde, habe ich hier in Deutschland noch einige Hürden zu nehmen ... denn mein Abi macht sich leider nicht von selbst und auch sonst muss ich noch einiges vorbereiten.
Es wird vor der Abreise noch ein einwöchiges Seminar geben, wo ich hoffentlich viele bekannte Gesichter aus Waldsieversdorf wieder sehen werde! :D
Ansonsten muss ich noch mein Visum beantragen, den Impfmarathon heil überstehen, Packlisten schreiben, mich um einen Studiumplatz kümmern, mir unbedingt ein Moskitonetz kaufen (!) und natürlich noch einige Basics auf Suaheli lernen! Langeweile ist zu 100% ausgeschlossen! :P
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