Habari!
Herzlich willkommen auf meinem Blog :)
Ich werde hier in den nächsten Monaten alles aufschreiben und dokumentieren, was ich in meinem Freiwilligen Sozialen Jahr in Kenia so alles erleben werde. Am 14. August 2010 geht es los und ich werde hier auch schon vorher darüber berichten, was ich hier in Deutschland während meiner Organisation so erlebt habe.
Was ich dabei unterstreichen möchte ist, dass alles, was hier geschrieben wird auf meinen persönlichen Eindrücken beruht und nicht zu Verallgemeinern ist! Alle meine Wahrnehmungen sind subjektiv!!! :)
Ich hoffe diese Seite hilft euch dabei, mein Jahr etwas verfolgen zu können und ich werde mich bemühen sooft wie möglich zu berichten und Bilder hochzuladen.
Jana
Herzlich willkommen auf meinem Blog :)
Ich werde hier in den nächsten Monaten alles aufschreiben und dokumentieren, was ich in meinem Freiwilligen Sozialen Jahr in Kenia so alles erleben werde. Am 14. August 2010 geht es los und ich werde hier auch schon vorher darüber berichten, was ich hier in Deutschland während meiner Organisation so erlebt habe.
Was ich dabei unterstreichen möchte ist, dass alles, was hier geschrieben wird auf meinen persönlichen Eindrücken beruht und nicht zu Verallgemeinern ist! Alle meine Wahrnehmungen sind subjektiv!!! :)
Ich hoffe diese Seite hilft euch dabei, mein Jahr etwas verfolgen zu können und ich werde mich bemühen sooft wie möglich zu berichten und Bilder hochzuladen.
Jana
Samstag, 13. November 2010
Fazit nach den ersten 3 Monaten
Diesmal schreibe ich nicht ueber eine Reise in Kenia, sondern ueber die kleinen Macken und Eigenheiten der Kenianer, meinen Alltag, das Essen und was mir sonst noch so einfaellt. Aber wie gesagt, alles was ich hier heute geschrieben habe, sind Dinge, die ich so wahrgenommen habe, rein SUBJEKTIV sind und auf keinen Fall auf alle Kenianer zu uebertragen sind!!! Das ist echt wichtig, denn ich moechte nicht, dass ihr euch ein Bild von den Kenianer macht, nur nach meinen Beschreibungen zu Folge!
Puhhh, wo faengt man am besten an...? Vielleicht beim Essen, das ist das einfachste. :D In meiner Region um Kitui leben hauptsaechlich die Kamba-Leute und damit ist auch eine Richtung vom Essen hier sehr verbreitet. Man koennte behaupten, es dreht sich (fast) alles um Bohnen.^^
1) Pilau besteht aus Reis mit ein paar Bohnen dazwischen. Nicht unbedingt mein Lieblingsessen, da es sehr trocken ist. Aber wenn eine Fleischbruehe dazu gegeben wird, ist es echt lecker. Manchmal gibt es auch Kohl dazu.
2) Dann gibt es Madondo, mein absolutes Highlight der Woche, denn unsere Koechin in der Schule – Mama Lydia – kocht das JEDEN Freitag! Es ist ein Bohneneintopf mit Zwiebeln und Tomaten verfeinert, wozu es Chapati gibt, lecker. Chapati sind mit Pfannkuchen vergleichbar, nur dass sie aus Mehl und Wasser bestehen und etwas haerter sind.
3) Ein weiteres Bohnengericht ist Githeri, was eigentlich nur aus Bohnen und Mais besteht und so lange eingekocht wird, bis alles weich ist.
4) Mothokoi – Mais mit Erbsen, auch nur eingekocht. Schmeckt mit Avocados um einiges besser!
5) Sukuma Weeki ist eine Art von Spinat, der mit Zwiebeln und Tomaten verfeinert wird. Dazu gibt es Ugali, etwa wie Griesbrei, eben nur mit Maismehl gekocht.
6) Ausserdem gibt es Kohl mit Ugali, auch nicht schlecht.
Diese ganzen Gerichte kann man natuerlich mit Ugali oder Reis variieren, aber Reis ist teuer und damit gibt es den eher selten. Ugali isst man grundsaetzlich mit den Fingern. Dann gibt es noch Mandazi Super mega geil! Aus Mehl, Milch und Ei gemacht und dann fritiert. Schmeckt mit Zucker, Marmelade oder Nutella noch um einiges besser! Generell gibt es hier eher wenig Fleisch, also perfekt fuer jeden Vegetarier, zu dem ich mich auch fast zaehlen koennte.^^ Ganz selten gibt es auch mal Kartoffeln im Kohl, aber man muss angestrengt danach suchen. Das Fruehstueck ist nicht sonderlichh spektakulaer... jeden Tag Weissbrot mit Butter und Marmelade, wobei der Fruchtanteil glatte 0 % ist! In Kitui wird viel Honig hergestellt und den habe ich angefangen fuer uns gekauft. Da mir das Brot aber jetzt schon zum Hals raushaengt, habe ich mir Cornflakes gekauft, die ich mit Aepfeln und Bananen esse. Leider muss ich das heimlich in meinem Zimmer machen, da ich es sonst mit 6 Personen teilen muesste und es dazu einfach viel zu teuer ist. Grundsaetzlich gilt bei mir in der Gastfamilie, alles was du im Wohnzimmer ist, musst du teilen! Damit bunker ich einige Sachen bei mir im Zimmer so, dass mein kleiner Gastneffe sie auch nicht findet. Leider war ich in der Vergangenheit oft krank, was ich unter anderem auch dem Naehrstoffmangel zuweise. Ich habe in Deutschland viele Milchprodukte gegessen, was hier eigentlich nur das Milchpulver im Tee ist. Auch esse ich hier wenig Obst, da die paar Banenenbaueme im Garten nicht so viele Fruechte tragen. Damit kaufe ich mir das Obst (Aepfel und Bananen) in der Stadt, was auch nicht billig ist. Mangos und Papayas sind erst im Januar/ Februar bzw. nach der Regenzeit reif.
Trinken tue ich hier fast nur Tee, da ich dann sicher weiss, dass das Wasser abgekocht ist. Leider ist da sehr viel Zucker drin... In der Schule weiss ich, dass das „Trinkwasser“ entweder vom Fluss kommt oder Regenwasser ist. Leider kann ich beides nicht trinken, da ich es ueberhaupt nicht vertrage. Ich kaufe mir jedes Wochenende Wasser in der Stadt, aber so viel kann ich auf einem Motorrad nicht zurueck transportieren. Das sollte erst mal reichen, wenn ihr fragen habt, einfach nachhaken!
Dann komme ich mal zu den Macken und Eigenheiten der Kenianer in meiner Umgebung. Was eigentlich immer eingetreten ist ist, dass sie fast nie puenktlich sind oder sich an einen Zeitplan halten.... ich hasse es, wenn Leute unpuenktlich sind, damit muss ich mich in Geduld ueben. Es gab eine Veranstaltung an unserer Schule, die um 14 Uhr losgehen sollte. Die Schueler wurden mehrfach darauf hingewiesen, ihren Eltern zu sagen, dass sie ja puenktlich sein sollten. Und tatsaechlich die Eltern waren puentklich, aber die Veranstaltung hat erst um 17 Uhr angefangen... das war ein toller freier Samstag! Der Kommentar meiner Lehrer auf meine Stimmung war, dass sie sich an der Sonne und nicht an der Uhr orientieren, na toll!
Eine weitere Sache ist, dass ich hier immer noch als die Mzungu gesehen werde, was mich echt nervt. Sie rufen mich immer so, selbst wenn ich darauf nicht mehr reagiere. Meine Schuelerin hat mir gesagt, dass das ueberhaupt nicht boese gemeint ist und nicht diskriminierent ist. Das ist zwar troestlich, dennoch nervt es mich. In Deutschland wuerden wir ja auch nicht „Ey Schwarzer!“ ueber die Strasse rufen, oder? Manchmal rennen mir 50 kleine Grundschulkinder auf meinem nach Hauseweg hinterher und fragen mich zig mal „Wie heisst du? Wie geht es dir? Woher kommst du?“, obwohl sie die Antworten eh schon kennen. In solche Momenten fuehlt man sich wie Madonna!
Dazu kommt noch, dass man oft angegraben wird, hauptsaechlich von aelteren Maennern... Sie fragen einen immer gleich nach der Handynummer und fuer die ist das total normal. Der Altersunterschied scheint in dieser Hinsicht kein Problem zu sein. Nach der Zeit gewoehnt man sich dran und lernt damit umzugehen.
Dann trinken viele Maenner gerne ueber ihren Durst und koennen dann ziemlich respektlos werden. Lisa und ich wuerden NIE alleine in Kitui ausgehen, da wir uns sonst wie Frischfleisch fuehlen wuerden. Solange keine maennliche Begleitung, egal ob weiss oder schwarz, dabei ist, kann man den Abend nicht wirklich geniessen. Das einzig Gute an der Sache ist, dass man ueberhaupt kein Getraenk selber zahlen muss.^^
Meine Gastfamilie ist ok, aber ich lebe eher neben den her, als wirklich ein Familienmitglied zu sein. Fuer ein Jahr ist das in Ordnung, aber danach reicht es auch. Meine Gastmutter muss 6 Leute durchfuettern und bekommt von meiner Organisation kein Geld fuer mich. Ich bringe am Wochenende immer Brot, manchmal auch Avocados, Butter oder Marmelade, mit. Allerdings geht das so schnell weg, dass man kaum hinterher kommt. Meine Gastmutter gibt mir manchmal das Gefuehl, dass sie moechte, dass ich einige Dinge fuer sie finanziere. Sie erzaehlt mir dann von der Stromleitung, der Batterie oder dem Wassertank, den sie sich gerne anschaffen wuerde und wie teuer die Sachen doch sind. Ich bin aber nicht hier, um ihr solche Sachen zu kaufen und damit ueberhoehr ich solche Kommentare dezent. Das was ich an Essen aus der Stadt mitbringe, deckt fast meinen Anteil den ich zu mir nehme, daher habe ich kein schlechtes Gewissen.
Was nicht nur mir aufgefallen ist, ist der Umgangston, der hier oft vorherrscht. Es heisst meistens nur „Gib mir den Zucker! Schenk mir mehr Tee ein! Gib mir deinen Stift!“, aber es kommt fast nie ein „Bitte“ ueber die Lippen. Die Lehrer zum Beispiel rufen einen Schueler, der ca. 100 m entfernt steht von der Lehrerzimmertuer, und sie moechten, dass er neuen Tee holt. Aufstehen und die Kanne bis zur Tuer tragen tun sie, aber die 3 m weiter zur Kueche schaffen sie dann nicht mehr... So etwas gewoehne ich mir nicht an, auch wenn mich die Lehrer immer schraeg anschauen, wenn ich mir meine Sachen selber hole.
Dann werden die Schueler bestraft, wenn sie zu spaet kommen, aber die Lehrer koennen ohne Probleme 20 min zu spaet zum Unterricht erscheinen.
Oft wird das Mittagessen erst kurz vor der naechsten Stunde serviert und die Lehrer beginnen ihre Mittagspause erst mit dem Essen. Damit sitzen sie im Lehrerzimmer, fertig gegessen haben sie, und warten und warten, obwohl sie eigentlich ne Stunde haetten! Irgendwann faellt es ihnen ein und sie ueberziehen dann ihre eigene Stunde um einiges, damit sie ihre 40 min Unterricht machen koennen... Die Schueler haben in mancher Hinsicht echt schlechte Vorbilder! Die Ironie dabei ist, dass die meisten Lehrer erst vor einem halben Jahr die Schule selber abgeschlossen haben und sich jetzt wie Goetter fuehlen. Diese Art, wie sie ihre Macht den Schuelern gegenueber praesentieren, ist in meinen Augen laecherlich...
Dann komme ich jetzt mal zu meinem Alltag, der nicht sonderlich spektakulaer ist. Montags und freitags bin ich immer von 8:00 bis 17:00 Uhr in der Schule, dienstags von 8:00 bis ca. 12:00 Uhr, mittwochs und donnerstags von 10:00 bis 17:00 Uhr. Dort habe ich mal mehr, mal weniger zu tun. Zu Hause wasche ich meine Waesche (was per Hand schon etwas dauert), putze das Haus, wasche Geschirr ab oder lese. Das ist eigentlich auch schon alles. Viel besser kann ich meine Freizeit nicht gestalten, da ich hier alleine bin. Am Wochenende fahre ich immer in die Stadt, um mich mit Lisa zu treffen. Oft schlaeft dann die eine bei der anderen.
Damit freue ich mich jetzt um so mehr auf meine Sommerferien, denn die sind geschlagene 5 Wochen lang! Die erste Woche fahre ich mit Ronny und Lisa fuer 3 Tage nach Mombasa und dann noch 3 Tage an den Diani Beach. Danach machen wir Freiwillige hoffentlich eine Tour auf den Mt Kenya fuer ca. 8 Tage. Am 21. Dezember kommen dann meine Eltern und wir werden auf Safari gehen. An Silvester ist dann die Hochzeit von Phil in Nairobi, einem ICYE Co-Worker. In der ersten Januarwoche ist dann noch unser Mid-Year-Camp, was von der deutschen Regierung vorgeschrieben ist. Danach bin ich bis Ende Maerz im Projekt und den April ueber habe ich wieder Ferien. Danach bin ich bis Ende Juli wieder im Projekt und habe dann bis zum 9. August Ferien, da ich dann zurueck fliegen werde.
Momentan ist Regenzeit bei uns, was auch langsam mal Zeit wurde! Es regnet fast jede Nacht und dann auch sehr viel. Nachteil an der ganzen Sache ist, dass zwischen unserem Wellblechdach und unseren Zimmern nichts ausser Luft ist, damit wird es nachts durch den Regen extremst laut. Damit kann ich noch weniger schlafen... Die ganzen Strassen in Kangalu bestehen aus Sand, damit sind es ziemliche Schlammpisten nach dem Regen und es kann sehr rutschig werden. Am Morgen muss ich dann oefters von einer Schlamminsel zur naechsten springen und die Schueler findens witzig.^^ Da unsere Schule an einem kleinen Hang liegt, ist sie nach dem Regen eher ein kleiner reissender Fluss und der Schulhof ist schwer zu ueberqueren. An solchen Tagen duerfen die Schueler zum Glueck auch andere, waermere Kleidung tragen und sie werden nicht bestraft, wenn sie zu spaet kommen. Einige muessen morgens einen Fluss ueberqueren, was ziemlich gefaehrlich sein kann, da man nie weiss, wie tief sie sind. Oft muss einfach so lange gewartet werden, bis das Wasser wieder niedriger wird.
Soooo, das wars.... ich hoffe, ich habe nix vergessen. Wenn ihr Fragen haben solltet, einfach melden! Ich freue mich immer sehr ueber Mails, Briefe und Postkarten!
Kwaheri!
Jana
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