Habari!
Herzlich willkommen auf meinem Blog :)
Ich werde hier in den nächsten Monaten alles aufschreiben und dokumentieren, was ich in meinem Freiwilligen Sozialen Jahr in Kenia so alles erleben werde. Am 14. August 2010 geht es los und ich werde hier auch schon vorher darüber berichten, was ich hier in Deutschland während meiner Organisation so erlebt habe.
Was ich dabei unterstreichen möchte ist, dass alles, was hier geschrieben wird auf meinen persönlichen Eindrücken beruht und nicht zu Verallgemeinern ist! Alle meine Wahrnehmungen sind subjektiv!!! :)
Ich hoffe diese Seite hilft euch dabei, mein Jahr etwas verfolgen zu können und ich werde mich bemühen sooft wie möglich zu berichten und Bilder hochzuladen.
Jana
Herzlich willkommen auf meinem Blog :)
Ich werde hier in den nächsten Monaten alles aufschreiben und dokumentieren, was ich in meinem Freiwilligen Sozialen Jahr in Kenia so alles erleben werde. Am 14. August 2010 geht es los und ich werde hier auch schon vorher darüber berichten, was ich hier in Deutschland während meiner Organisation so erlebt habe.
Was ich dabei unterstreichen möchte ist, dass alles, was hier geschrieben wird auf meinen persönlichen Eindrücken beruht und nicht zu Verallgemeinern ist! Alle meine Wahrnehmungen sind subjektiv!!! :)
Ich hoffe diese Seite hilft euch dabei, mein Jahr etwas verfolgen zu können und ich werde mich bemühen sooft wie möglich zu berichten und Bilder hochzuladen.
Jana
Samstag, 12. Februar 2011
So etwas wie Alltag – Halbzeit!!!
Heute kann ich sagen, dass ich schon 6 Monate in Kenia bin. Viel habe ich erlebt, mit einigen Höhen und Tiefen. Dennoch kann ich von heute aus gesehen sagen, dass es die ganzen Strapazen wert war!
Jetzt allerdings erst mal zu meiner neuen deutschen Freiwilligen Teresa aus Deutschland. Wir hatten unser „Mid Year Camp“ Anfang Januar in Nairobi, wo erst mal nur unsere Truppe anwesend war. Diesmal haben wir in einer Art Kloster gewohnt, was super ausgestattet war (d.h. Strom und warmes fließendes Wasser, die Mönche haben wir weniger beachtet^^). Die 4 Tage wurden dazu genutzt, um über unsere Projekte und Gastfamilien zu reden, wo gibt es Probleme und warum, was läuft super und was sind unsere Ziele für die letzten 6 Monate.
Sonntags Nacht kamen dann endlich unsere neuen Freiwilligen an! Dieses Mal ist es eine sehr internationale Truppe und wir sind nicht mehr NUR Deutsche, haha (unsere Dänin und die zwei Amis sind jetzt abgereist). Die Ankömmlinge stammen aus Deutschland (war ja klar^^), Island, Frankreich, Österreich, Dänemark und Schweden - insgesamt eine bunte Truppe. Beim Frühstück haben Lisa und ich endlich Kevin und Teresa kennengelernt. Kevin zieht nach Mutukya zu Lisa und Teresa zu mir nach Kangalu. Mein Plan, dass ich mit ihr in eine Gastfamilie ziehe, ist leider gescheitert, was aber nicht schlimm ist.
Teresa ist 24, wohnt und arbeitet in Berlin bei einem Verlag, wo sie zuvor eine Ausbildung gemacht hat. Ich komme super mit ihr aus, wir haben viele Ideen und Pläne für die Schule und uns piepen die gleichen Macken der Kenianer an (was mich unglaublich freut ), haha. Wie ihr ja mitbekommen habt, haben wir eine Spendenaktion gestartet, um den Mombasa Trip und viele andere tolle Dinge für die Schule zu organisieren. Bis jetzt haben wir gemeinsam schon 915€ zusammen, dafür schon mal ein mega großes Danke an alle Sponsoren!!! Damit ist unsere Teilnahme am Wettbewerb gesichert. Wir haben außerdem schon Deutschbücher, neues Sportequipment (Fußball, Volleyball, Springseile, Gummitwist, Laibchen, etc.) und einen CD-Player gekauft. In Planung sind Basketballkörbe plus einen Ball, ein Volleyballnetz, Schulwoerterbuecher fuer den Englischunterricht, ein paar Fahrraeder fuer die, die so weit weg wohnen und Materialien für den noch einzuführenden Kunstunterricht (sprich Stifte, Papier, Wassermalfarben, etc.).
Als die Schüler die neuen Sachen gesehen haben waren sie völlig aus dem Häuschen und haben sich unglaublich gefreut. DIE SCHÜLER SAGEN „ASANTE SANA“ (vielen Dank)!!!
Vor zwei Wochen bin ich mit Lisa nach Kisii (in der Nähe vom Viktoriasee) gefahren, damit wir uns von Quantum verabschieden konnten. Natürlich haben wir in Nairobi einen Zwischenstopp gemacht, um in unserem Lieblingshostel übernachten zu können . Dummerweise wurde Lisas Handy abends in einem Club geklaut, somit mussten wir erst noch ein neues Handy und eine Simkarte kaufen. Leicht verspätet kamen wir an der „Country Bus Station“ (der ätzendste Busbahnhof in ganz Kenia) und haben nach kurzem Suchen unseren Bus gefunden. Warum auch immer standen wir dort noch über 2 Stunden und hatten dann eine kostenlose Rundfahrt durch Nairobis Wohngebiete… Tja, als wir dann ankamen war es schon nach 20 Uhr und es war stockdunkel.
Quantum wohnt so ziemlich am Arsch der Welt auf einem Hügel, wo noch nicht mal Autos hinfahren können. Er arbeitet auch in einer Schule und wohnt auch im Projekt, zusammen mit einem Schüler aus der 12. Klasse in einer kleinen Hütte. Am nächsten Morgen sind wir erst mal durch die Gegend gewandert und haben schließlich Alex (wohnt in Kericho) vom Bus abgeholt. Abends haben wir Chapati, Mandazi und Tomatensoße gekocht, lecker lecker. Am Montagmorgen mussten Lisa und ich leider wieder zurück und sind um 7 Uhr früh den Berg runter gelaufen. Gegen Mittag sind wir wieder in Nairobi angekommen und Dienstag ging es dann zurück nach Kitui.
Da unsere „Resident Cards“ fertig waren, sind Teresa und ich Donnerstag nach der Schule wieder nach Nairobi gefahren. Am nächsten Morgen haben wir uns allerdings erst mal mit Sarah (eine meiner ältesten Freunde aus Hanau) und Seppl (ihrem Freund) getroffen, die für einige Wochen in Kenia sind, um an einem Windmühlenprojekt zu arbeiten. Mit ihnen sind wir dann in die Stadt gefahren, um unsere RC abzuholen und Sarah ein „Business Visa“ zu beschaffen. Dummerweise und wie vielleicht auch nicht anders zu erwarten war, haben die Behörden einen Fehler gemacht und unsere Dauervisas laufen schon nächste Woche anstatt im August ab. Am Nachmittag war ich auch noch so schlau und habe sie in einem Scanner in einem Internetcafé liegen lassen.^^ Ronny wollte sie später abholen, aber sie waren nicht mehr da… zum Glück brauchen wir eh neue, haha.
Wir waren DVDs für 50 Cent pro Stück shoppen, auf Märkten einkaufen und Kuchen essen. Abends haben wir noch Chapati mit Guacamole und Spagetti Bolognese mit Ronny und Gerry gekocht. Sonntags ging‘s wieder zurück nach Kitui, da wir ja hier sind um zu arbeiten.
In der Schule gibt es momentan etwas Stress, da unsere Autorität als Lehrer von vielen untergraben wird und Sachen über unseren Kopf hinweg entschieden werden. Deswegen haben wir für heute eine Lehrerversammlung einberufen, um deutlich zu machen, wer für was verantwortlich ist und es dann auch tatsächlich macht.
Da wir jetzt endlich das Nachmittagsprogramm übernehmen konnten, haben Teresa und ich etwas mehr zu tun. Montags gibt es eine Art „Sprechstunde“ für die Schüler, wo Probleme in Klassen und in der Schule besprochen werden können. Wenn es keine gibt, reden wir mit den Schülern über Themen wie AIDS und HIV, wie man sich auf Examen vorbereitet, Kulturunterschiede, etc. Falls die Schüler Probleme zu Hause haben sollten, können sie sich auch direkt an uns wenden und dann reden wir unter vier Augen mit ihnen. Dienstags gibt es Sport am Nachmittag für alle Schüler und mittwochs einen Deutschclub für alle Interessierte, wo wir über Deutschland sprechen, Videos und Bilder zeigen, etc.
In meiner Gastfamilie läuft so weit auch alles gut, wir werden zwar nicht die besten Freunde, aber es ist ok dort zu wohnen. Angeblich sollen wir in 3 Wochen Strom bekommen (yippiehhhh), was wohl eher ein paar Monate dauern wird.^^ Meine Gastschwester möchte immer noch nach England um dort zu arbeiten, soll dafür aber 30 kg abnehmen, erst dann kann sie fliegen. Auch das wird sich wohl eher noch um Monate handeln….
Am Samstag kommt Ronny nach Kitui und wir gehen gemeinsam mit Teresa, Lisa und Sandra (der Österreicherin in Kitui) ins deutsche Restaurant und Sonntag dann einige Schüler zu Hause besuchen. Am Dienstag kommt dann Sarah fuer ein paar Tage zu mir und in die Schule. Nächste Woche steht schon wieder eine Woche Urlaub an, da wir Examen haben und meins zum Glück erst Freitagnachmittag stattfindet. Daher werden Teresa, Sarah und ich nach Kisumu und Kakamega fahren, um dort in das letzte Stück Regenwalds von Kenia zu fahren.
Im April haben wir wieder einen Monat frei und wir fahren (natürlich) wieder an die Küste, diesmal in den Norden nach Lamu und Malindi, um dort den Geburtstag von Helena zu feiern.
Mittlerweile kann ich sagen, dass ich in Kenia angekommen bin und mich soweit auch wohl fühle. Leider kann ich (bis jetzt) von Kenia nicht behaupten, dass es ein Land wäre, indem ich gerne leben wollen würde. Dafür ist der Kulturunterschied einfach zu groß und mit meiner deutschen Mentalität (pünktlich, organisiert, Konflikten nicht aus dem Weg gehen und was sonst noch “deutsch“ ist) nicht vereinbar, ohne dass man viele Abstriche machen muss. Leider bin und werde ich auch in meinem Dorf immer die weiße, reiche und britische Lehrerin bleiben, was nach so einer langen Zeit durchaus nervt.
Was mich aber überaus glücklich macht ist, dass meine Schüler nach mir fragen, wenn ich nicht da sein sollte und dass sie gerne von mir unterrichtet werden. Ich bin nicht hier um eine weitere strenge Lehrerin zu sein, sondern dass die Schüler eine Bezugsperson haben, die sie mögen und vor der sie auch keine Angst haben. Ich weiß, dass ich nicht die beste Lehrerin bin, da ich keinerlei Ausbildung hinter mir habe, aber die Schüler scheinen zufrieden zu sein, mit dem was ich hier mache und das reicht mir.
Die sonnigsten Grüße aus dem dauerhaft warmen Kangalu!
Eure Jana
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