Habari!
Herzlich willkommen auf meinem Blog :)
Ich werde hier in den nächsten Monaten alles aufschreiben und dokumentieren, was ich in meinem Freiwilligen Sozialen Jahr in Kenia so alles erleben werde. Am 14. August 2010 geht es los und ich werde hier auch schon vorher darüber berichten, was ich hier in Deutschland während meiner Organisation so erlebt habe.
Was ich dabei unterstreichen möchte ist, dass alles, was hier geschrieben wird auf meinen persönlichen Eindrücken beruht und nicht zu Verallgemeinern ist! Alle meine Wahrnehmungen sind subjektiv!!! :)
Ich hoffe diese Seite hilft euch dabei, mein Jahr etwas verfolgen zu können und ich werde mich bemühen sooft wie möglich zu berichten und Bilder hochzuladen.
Jana
Herzlich willkommen auf meinem Blog :)
Ich werde hier in den nächsten Monaten alles aufschreiben und dokumentieren, was ich in meinem Freiwilligen Sozialen Jahr in Kenia so alles erleben werde. Am 14. August 2010 geht es los und ich werde hier auch schon vorher darüber berichten, was ich hier in Deutschland während meiner Organisation so erlebt habe.
Was ich dabei unterstreichen möchte ist, dass alles, was hier geschrieben wird auf meinen persönlichen Eindrücken beruht und nicht zu Verallgemeinern ist! Alle meine Wahrnehmungen sind subjektiv!!! :)
Ich hoffe diese Seite hilft euch dabei, mein Jahr etwas verfolgen zu können und ich werde mich bemühen sooft wie möglich zu berichten und Bilder hochzuladen.
Jana
Donnerstag, 16. September 2010
Die ersten 2 Wochen an der Kangalu Secondary School
Da bin ich wieder oder besser gesagt, immer noch! Ich sitze gerade in der Schule am Computer und schreibe meine Blogeinträge, da ich hier sehr viel freie Zeit habe.
Jetzt aber mal von ganz vorn. Am 7. September, also am Dienstag, haben sich alle Lehrer in der Schule getroffen. Das Ganze sollte um 10 Uhr anfangen, es war dann allerdings schon 12 Uhr, als wir loslegen konnten...
Insgesamt sind wir im Moment 9 Lehrer, darunter 5 Lehrerinnen. Die meisten sind noch sehr jung und gehen selbst noch zur Uni und sind damit keine ausgebildeteten Lehrer. Selbst wenn sie studieren, muss das nicht Lehramt sein!
Das Meeting hat mit einer einstündigen Zusammenfassung über den letzten Term (ein Schuljahr ist 3 Terms lang und beginnt im Januar) angefangen, wo ich mal wieder nur die Hälfte verstanden habe. Danach wurden die Fächer aufgeteilt. Ich habe Deutsch in Form 1 bis 3, Englisch Form 1 und Sport in Form 1 und 2. Die Grundschule dauert hier 8 Jahre und die Highschool 4 Jahre ( Form 1 ist die deutsche 9. Klasse). Eigentlich sollte ich noch Mathe und mehr Englischklassen übernehmen, allerdings habe ich die anderen erstmal ausgebremst. Ich habe noch nie unterrichtet und brauche erst mal Zeit, um mich an das kenianische Bildungssystem und deren Art zu Unterrichten gewöhnen zu können. Damit habe ich pro Woche 16 Stunden Unterricht, was ich sehr angenehm finde.
Am nächsten Tag ging dann die Schule entgültig los und in der Versammlung am Morgen musste ich mich vor der ganzen Schule vorstellen. Die Lehrer stehen auf einer Anhöhe den Schülern gegenüber. Die Schüler stellen sich nach ihren Klassen in 4 Reihen auf. Die Versammlung ist eher langweilig, da immer zu das gleiche erzählt wird. Seid pünktlich, arbeitet hart, rasiert eure Haare, tragt eure Schuluniform richtig, seid organisiert, etc. Wenn die Haare zu lang sind, müssen sie erst mal zum Frisör gehen. Die „language policy“ wird hier sehr streng verfolgt, denn Kikamba ist ausdrücklich zu jeder Zeit untersagt! Wenn, dann sollen sie in Kiswahili reden. Wer gegen diese Regel verstößt, wird bestraft und muss sich vor das Lehrerzimmer auf den Boden knien und dort ca. 1 Stunde verweilen. Auch wird jeder bestraft, der zu spät kommt. Was auch oft angesprochen wird, sind die Schulgebühren. Die Highschool verlangt welche, die Grundschulen sind frei davon. Insgesamt müssen die Schüler 15 Euro pro Jahr zahlen, was aber ne Menge ist und damit ein großes Problem für die meisten Schüler darstellt... Die ersten Tage wurde das immer angesprochen und wer seine Schulden nicht begleichen konnte, wurde kurzer Hand nach Hause geschickt, um Geld zu holen. Da sie auch zu Hause kein Geld hatten, sind viele den ganzen Tag nicht wieder gekommen und mussten den Unterricht sausen lassen. Diese Versammlung findet jeden Montag und Freitag statt, wo einige Lieder aus der Bibel gesungen werden, Passagen daraus vorgelesen werde und die kenianische Flagge während der Nationalhymmne gehisst wird.
Die Schule beginnt offiziell um 8 Uhr und endet jeden Tag um 17 Uhr. Die Schüler haben daher einen mega Stundenplan von jeweils 10 Schulstunden pro Tag mit 2 kurzen und einer langen Mittagspause. Allerdings müssen die Schüler bereits vor 7 Uhr da sein, um extra Unterricht zu bekommen. Am Samstag gibt es auch noch extra Unterricht für alle von 8 Uhr bis 12 Uhr! Unterrichtet werden die Fächer Englisch, Kiswahili, Bio, Chemie, Physik, Mathe, Business Studies, Religion, Landwirtschaft, Sport, Geschichte, Lifeskills (vergleichbar mit Sozialkunde) und Deutsch.
Da es am Mittwoch noch nicht wirklich nen Stundenplan gab, wurde sich grob am alten orientiert, aber er war für die Lehrer nicht unbedingt verpflichtend... Da ich selber noch keinen Plan hatte, habe ich mir erst mal die Notizen aus den Deutschklassen geholt und bin sie durchgegangen. Danach habe ich dann anhand des Deutschbuches (es gibt genau 1 Buch in der ganzen Schule für die Form 1 und jeweils 2 für Form 2 und 3!) einige Lektionen für meine ersten Stunden vorbereitet. Da ich die einzige Deutschlehrerin bin und abgesehen von mir keiner Deutsch spricht, kann ich mich in diesem Fach austoben und unterrichten, was ich für richtig halte!
In Englisch sieht das natürlich anders aus und daher bat ich erstmal Agnes dieses Fach zu übernehmen. Die ersten 2 Wochen kann ich zuschauen und danach werde ich selber unterrichten.
Ich muss ehrlich sagen, dass ich in Deutschland einen sehr guten Unterricht genießen durfte! Hier an meiner Schule wird größtenteils durch Frontalunterricht der Stoff vermittelt und die Schüler machen sehr wenig selber. Sie erscheinen mir sehr sehr schüchtern und trauen sich fast nicht, etwas laut vor der Klasse vorzulesen. Auch lachen sich die meisten gegenseitig aus, wenn sie etwas vor der Klasse laut sagen sollen. Keine Ahnung, ob sie sich gegenseitig aufziehen oder ob das „nett“ gemeint ist, was ich mir aber eher weniger vorstellen kann...
Meine ersten Deutschstunden waren sehr ernüchternd, da sich nur wenige auch nur halbwegs an die Sachen erinnern können, was meine zwei Vorgänger unterrichtet haben. Damit kann ich in allen drei Klassen noch mal bei Null anfangen. Was sich momentan noch als sehr schwierig gestaltet ist, dass ich die Kids nicht zum Reden bekomme und sie sich förmlich weigern etwas auf Deutsch zu sagen, selbst wenn ich es an die Tafel geschrieben habe und sie es einfach nur ablesen müssten... Mein Ziel für das Ende des Terms wird sein, sie dazu zu bewegen, einen Dialog vor der Klasse in Gruppen vorzutragen.
Der Sportunterricht ist auch ganz anders gestaltet. Ich nehme mir einfach einen Ball, gehe mit den Kids zum Sportplatz der Grundschule und lasse sie einfach spielen, worauf sie gerade Lust haben. Problem dabei ist, dass es eigentlich nur3 funktionstüchtige Bälle gibt...
Die meisten Schulen sind eher schlecht ausgestattet und ich kann froh sein, dass die Schüler überhaupt Hefte haben und ich eine Tafel mit Kreide. Auch hat an meiner Schule jeder einen Tisch und einen Stuhl, was auch nicht selbstverständlich ist. Außerdem genieße ich hier den Luxus von Strom und 2 Computern. Der Strom ermöglicht mir, meine ganzen elektronischen Geräte aufzuladen, meine Blogeinträge vorzuschreiben und meine Bilder auszusortieren.
Zudem ist die Köchin an der Schule einfach nur spitze! Die Schüler bekommen nicht unbedingt das selbe wie die Lehrer, aber zu wenig gibt es für keinen. Die erste Teepause ist um 11 Uhr für 20 Minuten, wo wir auch Toats serviert bekommen (es gibt eigentlich kein anderes Brot hier). Die Mittagspause ist um 13 Uhr für 1 Stunde, wo es Reis, Ugali (Maismehl in Wasser aufgekocht, etwa wie Grießbrei, nur schmeckt nach nicht viel), Chapati (wie Pfannkuchen, nur aus Wasser und Mehl, aber genial) oderKartoffeln mit Bohnen, Erbsen, Mais und manchmal auch Fleisch gibt. In Kitui gibt es meistens Bohnen, Erbsen und Mais, ganz unterschiedlich kombiniert und das eigentlich jeden Tag.
Mal sehen, wie die nächsten Wochen in der Schule laufen werden... Ich muss mich daran gewöhnen, dass alles für mich total unorganisiert erscheint und sehr langsam voranschreitet.^^ In diesem Punkt denke ich oft noch zu „Deutsch“, auch wenn es für mich nicht verständlich ist, warum man sich nicht an Termine halten kann... Dieses Geheimnis habe ich noch nicht gelüftet und es wird auch noch ne Weile dauern, bis ich dahinter komme!
Das waren die ersten Eindrücke meines neuen Arbeitsplatzes für die nächsten 11 Monate.
Seid umarmt.
Jana
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