Habari!
Herzlich willkommen auf meinem Blog :)
Ich werde hier in den nächsten Monaten alles aufschreiben und dokumentieren, was ich in meinem Freiwilligen Sozialen Jahr in Kenia so alles erleben werde. Am 14. August 2010 geht es los und ich werde hier auch schon vorher darüber berichten, was ich hier in Deutschland während meiner Organisation so erlebt habe.
Was ich dabei unterstreichen möchte ist, dass alles, was hier geschrieben wird auf meinen persönlichen Eindrücken beruht und nicht zu Verallgemeinern ist! Alle meine Wahrnehmungen sind subjektiv!!! :)
Ich hoffe diese Seite hilft euch dabei, mein Jahr etwas verfolgen zu können und ich werde mich bemühen sooft wie möglich zu berichten und Bilder hochzuladen.
Jana
Herzlich willkommen auf meinem Blog :)
Ich werde hier in den nächsten Monaten alles aufschreiben und dokumentieren, was ich in meinem Freiwilligen Sozialen Jahr in Kenia so alles erleben werde. Am 14. August 2010 geht es los und ich werde hier auch schon vorher darüber berichten, was ich hier in Deutschland während meiner Organisation so erlebt habe.
Was ich dabei unterstreichen möchte ist, dass alles, was hier geschrieben wird auf meinen persönlichen Eindrücken beruht und nicht zu Verallgemeinern ist! Alle meine Wahrnehmungen sind subjektiv!!! :)
Ich hoffe diese Seite hilft euch dabei, mein Jahr etwas verfolgen zu können und ich werde mich bemühen sooft wie möglich zu berichten und Bilder hochzuladen.
Jana
Mittwoch, 9. März 2011
Höhen und Tiefen
Hier kommt mal wieder ein (sehr lang geratener) Bericht über mein Leben auf dem Dorf. :D
Erst mal zu unseren Sponsorengeldern. Bis zu dem heutigen Zeitpunkt haben wir insgesamt 930€ gespendet bekommen, wir können uns gar nicht oft genug für eure Unterstützung bedanken! Seit dem letzten Blogeintrag hat sich wieder viel getan.
Die Planung für den Trip nach Mombasa zum „German Festival“ im Mai läuft auf Hochtouren, die Schüler wurden ausgewählt (insgesamt 12 Teilnehmer) und die Anmeldung wird diese Woche losgeschickt. Da nur eine Verbindung mit dem Nachtbus besteht, werden wir noch 2 Tage zusätzlich mit den Schülern in Mombasa verbringen. Eine kleine Stadttour und ein Besuch am Strand stehen auf dem Programm.
Mittlerweile wurde ein Basketballfeld errichtet und ein Ball gekauft. Alle kaputten Bälle haben wir flicken lassen und noch ein zweites Volleyballfeld haben wir organisiert.
Letztes Wochenende haben wir uns an der Finanzierung eines Sportfestes beteiligt, da es diesmal nicht genügend Sponsoren für den Transport gab. Näheres dazu kommt später.
Die nächsten Projekte werden Schulwörterbücher für die Form 1 sein, damit ein vollständiger Klassensatz besteht und Fahrräder für die Schüler, die jeden Morgen am weitesten laufen müssen. Falls dann noch etwas übrig sein sollte, werden wir Materialien für den Kunstunterricht kaufen.
Die Anschaffung einer einheitlichen Schulsportuniform ist leider nicht im Bereich des Machbaren, da das weitere 600€ verschlucken würde (pro Schüler ca. 4€).
Ein paar Wochen zuvor hatten wir Besuch von Ronny aus Nairobi. Er kam Samstagnachmittag nach Kitui und wir haben im „Bavaria“ schön Steak mit Spätzle gegessen. Lisa und Ronny haben bei mir übernachtet, geplant war eigentlich Ronny bei mir und Lisa bei Teresa. Allerdings haben wir das kurzfristig umgeworfen, da meine Gastmutter doch etwas verwirrt reagierte, als ich ihr erzählt habe, dass Ronny bei mir im Zimmer übernachten würde. Bei uns in Deutschland ist so was kein Problem, aber hier denken sich die Kenianer weiß Gott was, haha. Gesagt hat sie direkt nichts, aber ihr Gesicht hat Bände gesprochen.^^
Sonntags waren wir dann zu dritt in Kwa Muli, was ca. 30 min von unserem Dorf entfernt war. Dort haben wir uns mit einem Teil unserer Schüler getroffen und allen eine Cola ausgegeben. Eine Schülerin aus meiner Klasse hat uns sogar zu sich nach Hause mitgenommen. Die Familie von ihr war super herzlich, hat uns Mangos geschenkt und war nur am giggeln. Insgesamt ein sehr schöner Tag. Da Lisa bereits am Morgen zurück nach Mutukya musste, hat Teresa noch bei mir geschlafen, damit meine Gastmutter in Ruhe schlafen konnte. Montags war Ronny noch mit in unserer Schule und hat beim Auswählen einiger Schüler für den Mombasatrip geholfen. Am Vormittag musste er allerdings schon wieder zurück, um seine Familie vom Flughafen abzuholen.
Dienstag kam dann Sarah aus Nairobi, um sie abzuholen, haben wir uns das Auto von unserer Schuldirektorin ausgeliehen. Abends sind wir wieder ins Bavaria gegangen, diesmal mit Teresas Gastmutter und Gastbruder. Allerdings konnten wir den Abend nicht wirklich genießen. Ihre Gastmutter hatte verstanden, dass wir innerhalb einer halben Stunde das Lokal wieder verlassen würden, was natürlich utopisch war. Damit hat sie alle 5 min nachgefragt und uns dafür verantwortlich gemacht. Die Krönung kam dann als wir nach Hause fuhren, denn sie hat Sarah und mich ernsthaft gefragt, wie wir denn nach Hause kommen. Ob wir uns ein Taxi rufen würden?!?! Hallo??? Sie wohnt keinen Kilometer von mir entfernt und weigert sich uns zu fahren, da sie ja um Punkt neun zurück sein muss. Damit ist Teresa mit zu mir, weil sie auch sichtlich angepisst war.
Donnerstag sind wir dann nach der Schule nach Nairobi gefahren und haben in Sarahs und Seppls Apartment übernachtet. Freitag war ich mal wieder bei Dr. Chunge. Zu meiner dauerhaften Infektion kamen jetzt auch noch Würmer hinzu…
Mit einem Berg an Medikamenten ging’s dann Sonntag früh nach Kakamega. Die Busfahrt hat tatsächlich den ganzen Tag gedauert und wir sind abends nur noch müde ins Bett gefallen. Ein Mitarbeiter des Hotels kannte zufällig den Förster des Regenwaldes. Den haben wir dann am nächsten Vormittag getroffen und sind mit Motorädern an den Waldrand gefahren. Abgegrenzt wurde der Wald mit Teeplantagen. Dort gab es eine kleine Anlage für Besucher, die nicht nur sauber und billig war, sondern auch noch super idyllisch. Nachmittags ging’s dann das erste Mal in den Wald. Leider waren wir in der Trockenzeit da, damit war das „Regenwaldfeeling“ nicht so ganz vorhanden. Wie beschreibt man nun einen Wald…? Nun ja, die Bäume waren sehr sehr hoch und alle waren mit Lianen verhangen. In den Baumkronen sind viele Affen umhergesprungen und haben zum Teil einen Lärm verursacht, aiii! Nach drei Stunden waren wir wieder zurück und wir haben uns bekochen lassen. Leider war das Ergebnis nicht wirklich zufrieden stellend, da es Leber gab, igitt!!!
Am nächsten Morgen sind wir früh um 5 Uhr losmarschiert, damit wir den Sonnenaufgang und den atemberaubenden Blick über den Regenwald von einem Hügel aus genießen konnten.
Gegen Mittag sind wir mit dem Matatu nach Kisumu am Viktoriasee gefahren. Keine wirklich spektakuläre Stadt, wie eigentlich alle in Kenia. Wir waren auf Märkten und waren abends gut essen. Am nächsten Tag sind Sarah und ich nach Nairobi zurück gefahren und Teresa ist nach Migori zu Mathilda. Sonntags ging’s dann mit Mathilda zurück nach Kitui.
Bei uns zu Hause hat es sich leider ausgestromt, da es Ärger mit den Nachbarn gibt, wo die Strommasten verlaufen sollten. Bis die weiteren 100€ für den längeren Weg der Stromleitung aufgebracht werden kann, bin ich wahrscheinlich schon längst wieder in Deutschland, naja… Auch Rachel werde ich wahrscheinlich noch die ganze Zeit ertragen müssen, bis jetzt hat sie glaub ich kein bisschen abgenommen und so wie sie es anstellt, wird es auch so bleiben. ^^ Damit weiterhin „full house“ und eine singende und schreiende Rachel.
In der Schule geht momentan auch die Post ab und die Lehrer übertreffen sich gegenseitig mit ihrer Dreistigkeit! Wir müssen den Lehrern alles 5-mal erklären und sie haben es immer noch nicht verstanden oder wollen sich daran einfach nicht halten. Dass sie zu fragen haben, wenn sie mein Eigentum benutzen, will denen einfach nicht in den Kopf gehen. Oder dass wir wissen wollen, wo unsere gekauften Dinge hin verschwinden, ist für sie auch nicht nachvollziehbar. Uns wurde gestern gesagt, dass sie denken, dass wir sie für arme Schlucker halten, die sich nichts leisten können und wir sie damit nerven. Missverständnis hoch zehn!!! Beim Lehrermeeting wurde das dann von unserer Seite angesprochen, aber verstehen wollten oder konnten sie unser Anliegen nicht…
Wir sollten für die Schulleitung mal hinter die Kulissen schauen und rausfinden, was denn so alles schief läuft und was sich die Schüler anders wünschen. Zwei Punkte der Schüller waren verständlicher Weise, dass die Lehrer IMMER zu spät kommen und dass die Schüler vor der Klasse für falsche Antworten geschlagen werden. Die Lehrer haben das natürlich als eine Lüge dargestellt, naja … 100 Schüler gegen 1 Lehrer ... wer sagt da wohl die Wahrheit? Auch wollen/ können sie nicht verstehen, dass unsere Schüler Angst vor den Lehrern haben und WIR sollen ihnen sagen, dass es dazu keinen Anlass gibt, geht’s noch?!?! Bei solchen Angelegenheiten haben Teresa und ich keine Chance … wir werden unsere „Berichte“ weiterhin abgeben und was die Schulleitung damit anfängt, können wir leider nicht beeinflussen. Es ist leider nur sehr frustrierend, wenn wir solche Dinge aufdecken, die Lehrer aber ALLES ablehnen, was wir zur Verbesserung (aus unserer Sicht) vorschlagen.
Letzten Samstag waren wir noch bei einem Ausflug zu den Bundesjugendspielen dabei. 22 Schüler haben unsere Schule vertreten und das gar nicht mal so schlecht ohne jegliches Training. Leider wurde einer verletzt, irgendwas mit der Kniescheibe… Der zuständige Lehrer hat noch nicht mal Anstalten gemacht, sich den Junge anzusehen, erst nach einer halben (!) Stunde kam ein weiterer Lehrer und wir mussten sie fast zwingen, ihn ins Krankenhaus zu bringen!!! Wie sie im Falle einer Verletzung umzugehen haben und was dann zu tun ist, ist ihnen leider völlig schleierhaft. Aufsichtsflicht und Verantwortung scheint für die 3 Lehrer anscheinend nicht zu existieren…
Die Schüler machen einiges wieder wett und allein für die lohnt sich der Aufwand und die Strapazen mit den Lehrern. Den Lehrern scheint leider nur nicht klar zu sein, dass sie mit ihrem Verhalten uns vergraulen und uns zeigen, dass wir nicht erwünscht sind…
Sie können uns weiterhin die kalte Schulter zeigen und uns wie Dreck behandeln, gefallen lasse ich mir nichts und ich zicke auch gerne mal zurück, wie ihr wisst. :D Unterkriegen lassen wir uns nicht, dazu muss noch einiges passieren, dass wir hier das Handtuch schmeißen! Mal sehen was die Zukunft bringt und wie sich das Verhalten der Lehrer verändert, immerhin sitzen wir mit den Sponsorengeldern und dem Laptop am längeren Hebel. *grins*
Wir haben jetzt noch ca. 2 Wochen Schule, dann stehen die Abschlussexamen an und anschließend geht’s wieder auf Reisen.
Teresa und ich werden mit dem Nachtzug von Nairobi nach Mombasa fahren und dort auf Lisa warten. Gemeinsam fahren wir weiter nach Lamu (eine Insel nahe der somalischen Grenze), Teresa und ich machen danach noch einen Zwischenstopp in Malindi, bevor es nach Sansibar und Dar-es Salam in Tansania geht.
Insgesamt haben wir fast 6 Wochen frei und werden diese auch komplett unterwegs sein.
Nächstes Wochenende stehen Ronnys und mein Geburtstag an, den wir gemeinsam in Nairobi verbringen werden. Hoffentlich sind bis dahin unsere „Resident Cards“ fertig, ohne Visum wäre eine Reise nach Tansania nicht so ne gute Idee…
Bis dahin Kwa Heri!
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