Habari!

Herzlich willkommen auf meinem Blog :)

Ich werde hier in den nächsten Monaten alles aufschreiben und dokumentieren, was ich in meinem Freiwilligen Sozialen Jahr in Kenia so alles erleben werde. Am 14. August 2010 geht es los und ich werde hier auch schon vorher darüber berichten, was ich hier in Deutschland während meiner Organisation so erlebt habe.

Was ich dabei unterstreichen möchte ist, dass alles, was hier geschrieben wird auf meinen persönlichen Eindrücken beruht und nicht zu Verallgemeinern ist! Alle meine Wahrnehmungen sind subjektiv!!! :)

Ich hoffe diese Seite hilft euch dabei, mein Jahr etwas verfolgen zu können und ich werde mich bemühen sooft wie möglich zu berichten und Bilder hochzuladen.

Jana

Samstag, 15. Januar 2011

Urlaubsbericht Teil 2 - Nairobi, Lake Nakuru, Lake Naivasha, Masai Mara & Amboseli NP

Nach meiner ersten langen Reise mit Lisa und Ronny bin ich samstags aus Nairobi wieder gekommen, um kurz bei meiner Gastfamilie vorbei zu schauen und Wäsche zu waschen. Eigentlich wollte ich am Sonntag meine Schülerin Katuki in „Kwa Muli“ (2 Dörfer weiter) besuchen gehen, dummerweise habe ich mich an unserer Metalltür richtig böse am Fuß verletzt, als ich nach einem Huhn treten wollte (beim Abwaschen können diese Viecher echt nerven, wenn sie die ganze Zeit in meine sauberen Töpfe springen!). Da die Schnittwunde wie blöde geblutet hat und immer wieder aufgegangen ist, wenn ich gelaufen bin, habe ich meinen Tag im Bett verbracht und gelesen. Montag früh ging‘s wieder nach Nairobi, da nachts meine Eltern kommen sollten. Alles war schon gebucht und ich musste vom Busbahnhof nur noch zum Hotel laufen und einchecken. Ich wusste, dass das Hotel ziemlich luxuriös sein würde und beim Betreten habe ich mich echt etwas komisch gefühlt. Auf so einem hohen Standard reise ich normalerweise nicht in Kenia und ich wollte nicht eine von diesen typischen „Mzungu-Touristinnen“ sein. Am nächsten Morgen gab es dann das Wiedersehen mit meinen Eltern und wir haben erst mal ordentlich gefrühstückt (nach deutschem Standart ). Anschließend sind wir durch die Stadt geschlendert, über den Stadtmarkt (wo hauptsächlich Sachen der Masai verkauft werden) bis zu einem Öko-Restaurant. Dort gab es typisch kenianische Gerichte, alles ökologisch und mit vielen leckeren Gewürzen zubereitet. In einer der vielen Stoffläden habe ich noch ein wunderschönes kenianisches Kleid für die Silvesterhochzeit gekauft und konnte mein misslungenes aus Kitui endlich wegschmeißen. Abends waren wir in einem netten äthiopischen Restaurant essen, da die anderen alle außerhalb lagen und der Berufsverkehr in Nairobi nicht ohne ist. Am nächsten Morgen wurden wir vor dem Hotel von unserem Fahrer Elliud abgeholt, der uns gleich klar gemacht hat, dass ER pünktlich um 8 Uhr in der Eingangshalle war und WIR zu spät waren. ;) Er ist der erste Kenianer, dem ich begegnet bin, der so was von pünktlich ist (was wahrscheinlich auch daran liegt, dass er im Touristenbereich arbeitet). Nachdem das geklärt war, ging es endlich los in den Norden zum „Lake Nakuru“. Die Fahrt dauerte ca. 4 Stunden und die Straßen dorthin waren sehr gut ausgebaut. Als Safari-Auto hatten wir ein gewöhnliches Matatu, was allerdings eine Sitzreihe weniger und ein Dach zum Ausklappen hatte. Am Tor zum Nationalpark musste ich mit unserem Fahrer zur Kasse gehen, um zu beweisen, dass ich tatsächlich eine kenianische Aufenthaltsgenehmigung habe und anstatt 60$, nur ca. 8$ Eintritt zahlen muss. Leider war die Frau mehr als stur und hat es partout nicht akzeptiert (was mich sehr wütend gemacht hat, da ich nur noch auf den offiziellen Stempel warte und immerhin hier umsonst für das Land arbeite…)! Lake Nakuru ist bekannt für seine Vogelvielfalt (Pelikane und Flamingos) und bietet ein schönes Ambiente mit dem See als Zentrum des Nationalparks. Unsere Lodge war purer Luxus und richtig schön in die Natur integriert. Nach dem Mittagessen ging es zu unserem ersten „Game Drive“, um die unterschiedlichsten Tiere zu beobachten. Wir hatten sehr viel Glück und haben gleich am Anfang eine Herde von Nashörnern entdeckt. Kurze Zeit später trafen wir auf eine Büffelherde, die um einen Kameraden trauerten, der von einem Löwen kurze Zeit davor gerissen worden war. Der Löwe lag in einiger Entfernung, beobachte das Schauspiel und leckte sich die Pfoten. Einige Hyänen schlichen um den Kadaver, allerdings trauten sie sich aufgrund der Büffel nicht so nah dran. Hyänen sind nicht unbedingt in der Lage die Tiere selber zu jagen, da sie entweder zu langsam oder zu schwach für den Gegner sind. Damit könnte man sie als Resteesser bezeichnen, die darauf warten, dass die Löwen mit dem Fressen fertig sind. Anschließend sind wir zum Ufer gefahren und haben unser erstes Nilpferd gesehen (tagsüber sind sie im Wasser, nachts kommen sie zum Fressen ans Land).Wie fast überall in Kenia sind hunderte Zebras und Antilopen zu sehen gewesen. Am nächsten Morgen ging es pünktlich um halb acht zum Masai Mara Nationalpark, etwa 5 Stunden Autofahrt entfernt. Leider gab es ab Narok für die letzten 100 km keine gute Sraße mehr und 50 km davon waren nur Sandpiste mit vielen Schlaglöchern. Damit haben wir für diesen Weg allein schon 3 Stunden gebraucht und waren danach ordentlich durch geschüttelt. Da eigentlich jede Lodge den selben Rhythmus hat, kommen die Touristen immer zum Mittagessen an und gehen nachmittags um 16 Uhr zum Game Drive. Im Masai Mara waren wir für 3 Nächte und damit auch über Weihnachten dort. Auf den Ausflügen in den Nationalpark haben wir eine erstaunliche Vielfalt von Tieren gesehen. Darunter waren fast alle der 8 Antilopenarten, viele Nilpferde, Giraffen, Büffel, Gnus, Elefanten, Strauße (?), Geparden und Warzenschweine vertreten. Bei den Löwen haben wir echt gestaunt, wie ungestört sie sich zwischen 10 Safariautos bewegt haben. Das Männchen hat sich absolut nicht aus der Ruhe bringen lassen und lag im Schatten der Autos. Die 4 Weibchen hielten Ausschau fürs Frühstück (das Weibchen geht immer jagen, aber das Männchen frisst zu erst, kein Gentleman!) und die 3 Babys haben sich im Gebüsch versteckt. Leider waren sie bei der Jagd nicht sonderlich erfolgreich und wir haben aufgegeben. Am nächsten Tag haben wir eine schlafendes Rudel von 8 Löwinnen entdeckt, das sich von uns überhaupt nicht hat stören lassen. Am 24. Waren wir nachmittags in einem Masai Dorf zu Besuch. Die Masai sind natürlich nicht blöde und zocken die „dummen“ Touristen mächtig ab (sehr hoher Eintritt). Leider gibt es sonst keine andere Möglichkeit in so ein Dorf zu gehen und mit dem Fotografieren muss man auch sehr vorsichtig sein, denn es ist angeblich illegal. Zur Begrüßung wurde für uns getanzt (ausschließlich junge Krieger), die unter anderem auch einen kleinen Wettbewerb abgehalten haben. Wer am höchsten aus dem Stand springt bekommt die meisten Frauen ab, Papa war eindeutig der Verlierer (bist aber eh in festen Händen, haha). Wir haben alle eine Art Stock in die Hand gedrückt bekommen, der beim Tanzen mit sich herum getragen wird. Bei weiteren Tänzen waren wir natürlich auch mit dabei und sind unbeholfen in der Gegend rumgesprungen, was die Masai natürlich sehr amüsant fanden.^^ Dann ging es ednlich ins „Dorfzentrum“, wo wir von einer singenden Frauentruppe empfangen wurden, Mama und ich mussten auch mal wieder mitmachen. Anschließend wurde uns gezeigt, wie man anhand von zwei Stöcken und getrocknetem Elefantenmist innerhalb von 2 Minuten Feuer machen kann. Diese Accessoires wurde uns natürlich auch geschickt untergejubelt...  Zum Schluss durften wir noch in eine Hütte hinein gehen. Diese werden auch heute noch aus getrocknetem Kuhmist erbaut und sind am Anfang sehr düster, bis man sich an die Dunkelheit gewöhnt hat. In der Hütte ist gerade genug Platz für 2 Betten, die aus Stöcken zusammengebastelt wurden, Fenster gibt es nicht. Wie allgemein bekannt ist, sind die Masai berühmt für ihren Schmuck und der wurde natürlich auch noch verkauft. Ich habe von meinen Eltern 2 Armbänder , 1 Kette und eine Holzmaske geschenkt bekommen. Heiligabend ansich war sehr schön und ohne großes Tamm Tamm (nicht im negativen Sinne!). Wir haben vor unserem Zelt Geschenke ausgetauscht und uns von den Masai entertainen lassen. Dort ist auch zufälliger Weise die Tanzgruppe aus Schülern aufgetreten, die wir bei unserem Orientierungscamp im August in Nairobi getroffen haben. Nach Masai Mara ging’s wieder in Richtung Norden zum Lake Naivasha, wo wir anstatt einer Safari einen schönen Bootsausflug gemacht haben. Die Lodge war mal wieder ein Traum und hatte einen riesen großen Garten, der von den Hütten umzäunt wurde. Am späten Nachmittag kamen auf einmal Giraffen in den Park gelaufen, haben eine Runde gedreht und sind wieder im Gebüsch verschwunden. Nachts kamen hunderte von Antilopen und haben sich zum Schlafen in die Parkanlage vor unserem Fenster gelegt. Abends musste man sich von einem Wachmann von der Hütte abholen lassen, da die Gefahr bestand, dass Nilpferde in den Park zum Fressen gehen (wir haben es ignoriert und leben noch). Am nächsten Morgen mussten wir für die Zigarette meiner Eltern auf die Terrasse gehen und konnten von dort aus viele Affen auf den Dächern rumturnen sehen. Einer war so frech und hat ein Fenster zum Speisesaal geöffnet, ist über alle Tische gerannt und hat sich zielstrebig 5 Zuckerpäckchen geklaut. Wir standen draußen und haben das Schauspiel beobachtet und fanden es urkomisch. Als wir uns wieder umdrehten saß auf einmal ein Affe auf unserem Tisch und hat meinen Mangosaft getrunken. Innerhalb weniger Sekunden waren es 5 Affen, die mein Glas umgestoßen hatten und den Saft vom Tisch leckten. Da sie hatten was sie wollten, waren sie von dort nicht mehr weg zu bewegen und sahen zunehmend aggressiv aus. Das Glas sollte natürlich auch noch zu Bruch gehen und als sie dann endlich fertig waren, sind sie auf ihr Dach verschwunden. Echt freche Viecher! :D Am nächsten Tag ging’s süd-östlich zum Amboseli Nationalpark, der direkt am Fuße des Kilimanjaro liegt. Der Park ist im Verhältnis zu den anderen sehr klein und die Natur kommt mit dem Nachwachsen kaum noch hinterher. Aus diesen Gründen sind kaum noch Tiere dort, denn sie wandern alle südlich nach Tansania. Auch dort war die Lodge wieder ein Traum, es gab sogar einen Pool mit Blick auf den Kilimanjaro (höchster Berg in Afrika und höchster freistehender Berg der Welt mit 5895 m). Leider gab es dort nicht so eine große Vielfalt der Tiere, allerdings war der Blick auf den Berg atemberaubend. In diesem Park haben wir hauptsächlich Elefantenherden mit einer Größe von ca. 100 Tieren gesehen. Amboseli NP bietet den Tieren mehr Schutz vor den Menschen als zum Beispiel Masai Mara, da es nur wenige Hauptpfade gibt, von denen man nicht abkommen darf. Auf unserer Reise war dies der letzte Nationalpark und wir sind nach Kitui gefahren, um dort bei mir im Dorf vorbei zu schauen. Wir sind am späten Nachmittag mit einem Taxi zu meiner Gastfamilie gefahren, waren allerdings erstmal im Dorf unterwegs, da es bald dunkel wurde. Wir hatten Glück und unsere Schulsekretärin war dort, damit konnten meine Eltern meinen Arbeitsplatz auch von innen sehen. Zurück Zuhause waren meine beiden Gastschwestern, meine Gastmutter, -oma, -neffe und Richard da. Komischer weise war das Haus so sauber wie noch nie, keine Kakerlaken, NICHTS! So viel und gut gekocht wurde noch nicht mal bei meiner Ankunft, haha. Über die Gastgeschenke haben sich alle sehr gefreut, besonders Sam über die Spielzeugautos und den Bagger. Viel Konservation gab es wie gewohnt nicht, aber das wusste ich schon vorher. Meine große Gastschwester wird Anfang Januar nach England zum Arbeiten gehen, irgendwo in der Hotelbranche angeblich. Dass sie somit ihren Sohn hier zurück lässt, scheint normal und damit kein Problem darzustellen. So gegen neun sind wir wieder nach Kitui gefahren, wo Lisa schon im Hotel geschlafen hat, da sie am nächsten Tag mit uns zusammen nach Nairobi fahren würde. Dort angekommen haben wir uns dann auch von unserem Fahrer verabschiedet. Um noch ein wenig mehr von Nairobi zu sehen, sind wir auf das höchste Gebäude in Nairobi gegangen, was als Aussichtsturm für Touristen zur Verfügung steht. Dann war Silvester und ich war mit allen Freiwilligen auf die Hochzeit eines Icja-Mitarbeiters eingeladen. Wir, die Wazungu, waren natürlich pünktlich um zehn Uhr da, der Rest.... äääähm nicht! :D Die Trauung an sich war sehr christlich und es drehte sich alles um Gott, naja Geschmacksache.... Viele Unterschiede waren zu den deutschen Hochzeiten nicht zu sehen, nur das die Hände beim Ringetausch nach oben gehalten werden und die Eltern noch ein paar Worte gesagt haben. Der Empfang war ebenfalls im Freien und das Brautpaar ist zu kenianischer Musik in die Location eingetanzt, gefolgt von vielen Gästen. Danach wurde erst mal die Torte eine halbe Stunde von fast allen Gästen umtanzt .... generell wurde sehr sehr viel getanzt. Nach der Hochzeit war ich so was von platt und bin ins Hotel zu meinen Eltern zurück gefahren. Abends waren wir bei einem Italiener essen, da wir aber alle so müde waren, haben wir beschlossen, Silvester ausnahmsweise mal zu verschlafen. Neujahr war unser letzter gemeinsamer Tag, den wir gemütlich am Pool verbracht haben. Abends hieß es dann Abschied nehmen, was mir erstaunlicher Weise schwerer viel, als in Deutschland... Am nächsten Morgen war ich also alleine beim Frühstück, allerdings habe ich mich schnell auf den Weg zu den anderen Freiwillgen ins „Upper Hill Campsite“ gemacht. Das ist ein wunderschönes Hostel, was wir mittlerweile fast als zweites Zuhause hier in Kenia bezeichnen, da es eine tolle Oase in der großen Stadt ist. Da Mittwoch bereits unser „Halbzeit-Camp“ stattfinden sollte, haben wir uns alle dort getroffen und die Zeit mit Lesen und Shoppen bis dahin totgeschlagen. Was mir aber aufgefallen ist, dass so wie wir gereist sind, man eigentlich Kenia als Land nicht wirklich kennenlernt. Man ist so weit von der Kultur und den Menschen entfernt, dass man oft ein falsches Bild bekommt. Man bekommt die Armut nicht in dem Masse mit, wie sie hier erscheint und man kann natuerlich nicht hinter die Tueren der Haeuser schauen. Da wir aber bei meiner Gastfamilie waren, konnten meine Eltern einen guten Einblick in mein Leben hier bekommen und kennen nun zwei Seiten des Landes, die der Bevoelkerung und die der Touristen. Ich bedanke mich bei allen Weihnachtsgeschenken und -karten meiner Familie, von Caro und Marissa! Leider war ich etwas faul und habe selber keine Karten geschickt, sorry! Über das Camp, die neue deutsche Freiwillige Teresa bei mir im Projekt und die erste Woche zurück im Alltag werde ich im nächsten Blogeintrag schreiben. Mittlerweile habe ich mich auch wieder von meiner Lungenentzündung erholt, aber meine Unfallreihe ist anscheinend noch nicht vorbei. In Nairobi habe ich es doch tatsächlich geschafft, in einen Wassergraben neben dem Fußgängerweg zu stürzen.^^ Ich entschuldige mich auch für die ganzen neuen Wortkreationen und ungewöhnliche Satzstellung!  Baaî! Jana

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